Erregte Debatte

Uni erlebt "Sex-Sturm" nach Orgasmus im Hörsaal

| Lesedauer: 2 Minuten

Eine Orgasmusvorführung einer jungen Frau an der Universität erregt die Gemüter in den USA. Nun müssen Uni und Protagonistin sich rechtfertigen.

Eine mit deftigem Anschauungsunterricht versehene Psychologievorlesung zu Sexpraktiken erregt die Gemüter Amerikas: Bei der akademischen Veranstaltung an der Northwestern Universität nahe Chicago war den rund einhundert anwesenden Studenten im Hörsaal vorgeführt worden, wie ein weiblicher Orgasmus funktioniert. Dazu hatte sich eine lediglich mit BH bekleidete junge Frau vor aller Augen mit einem strombetriebenen Sex-Spielzeug namens "Fucksaw" befriedigt, ihr Verlobter soll ihr dabei assistiert haben.

Internetblogs, Radioshows und TV-Sendungen echauffierten sich von der Ost- bis zur Westküste über den allzu freizügigen Vorfall – allen voran der konservative Nachrichtensender “Fox News“ , der überaus pikierte Beiträge inklusive Live-Schalten zu heftig kopfschüttelnden Korrespondenten zeigte.

Die Protagonistin der Vorführung, Faith Kroll, kann die Aufregung allerdings nicht nachvollziehen, schließlich sei es ihr um reine Aufklärungsarbeit gegangen. So twittert die 25-Jährige , die sich selbst als Exhibitionistin bezeichnet: „Es ist nicht Pornografie, wenn man die Mechanismen vorführt. Das ist doch genau das, was man in Pornos versteckt.“

Psychologie-Professor John Michael Bailey, der die Vorlesung veranstaltete, gab an, er habe die öffentliche Erotik-Vorführung erlaubt, trotz seiner anfänglichen Furcht, „viele Leute könnten das deplaziert finden“.

Zumindest mit letzterem lag Bailey richtig: Während das Feedback der anwesenden Studenten angeblich durchweg positiv war, sagte Universitätsrektor Morton Shapiro, er sei „verstört“ und „enttäuscht“. Er attestierte dem Professor schlechtes Urteilsvermögen und befand, der Vorfall sei weder angemessen noch notwendig gewesen. Es werde eine Untersuchung des Falls geben.

Dennoch bereut Professor Bailey die Vorlesung derzeit noch nicht, auch wenn – wie er der “Chicago Tribune“ sagte – nun ein "Sex-Sturm“ um ihn herum tobe. Er übernehme die volle Verantwortung, sagte er dem Blatt in einem Interview, das im "Sex-Laboratorium“ des Professors auf dem Universitätsgelände geführt wurde. In dem wenig romantischen, mit Computern vollgestopften Raum äußerte sich ein müde aussehender Bailey enttäuscht über den mangelnden Rückhalt seines Chefs. Dessen Vorwürfe seien nicht das, was er habe hören wollen.

Viele Studenten der Northwestern Universität haben den Vorfall allerdings schon ad acta gelegt und wollen sich nicht länger mit dieser Geschichte befassen. So sagte der 18-jährige Graham Horn der “Chicago Sun Times“ : “Ich finde es furchtbar, wie viel Aufmerksamkeit dieser Sache gewidmet wird.“

( mk )

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