Eurovision Song Contest

Jetzt wird es für Lena auf der Bühne ernst

Mission Titelverteidigung - Langsam muss sich Lena Meyer-Landrut für den Grand Prix warm laufen. Jetzt durfte sie die Bühne des Eurovision Song Contest in Düsseldorf testen. Ihr Mentor Stefan Raab morderiert.

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"Big Five" und Lena proben

Video: Reuters
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In der „Mission Titelverteidigung“ schreitet Lena zur Tat. Genau eine Woche vor dem Finale des Eurovision Song Contests (ESC) stehen für sie die ersten offiziellen Proben an. Der eng getaktete Zeitplan lässt ihr an diesem Sonnabend genau 40 Minuten und am Sonntag noch einmal 30 Minuten Zeit, um sich mit der Bühne in der Düsseldorfer Arena vertraut zu machen. Am 14. Mai muss Lena dann binnen drei Minuten weltweit Millionen Fernsehzuschauer von ihrem Song „Taken By A Stranger“ überzeugen.

Die spannende Frage am Probenwochenende wird sein: Wie wirkt Lenas eher leise und mystisch wirkende Elektro-Nummer in der gigantischen Halle? Die Arena fasst 36.000 Live-Zuschauer – das sind nur 2000 weniger als beim Kopenhagener Rekord-Grand-Prix im Jahr 2001.

Allerdings beteuern die Fernsehleute immer wieder, dass sich kein Künstler auf der Bühne verlieren werde. Deshalb sei sie mit einem Durchmesser von 18 Metern sogar deutlich kleiner als etwa vor zwei Jahren in Moskau, wo die Bühne 30 Meter gemessen habe, betonte ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber.

Die meisten von Lenas Konkurrenten aus den übrigen 42 Nationen haben einen Großteil des Probenmarathons bereits hinter sich. Den Auftakt machte die Polin Magdalena Tul, die am 1. Mai erstmals die Dimensionen der Arena testen durfte, in der bis vor fünf Wochen noch Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf kickte.

Vor der Nordtribüne ragt nun eine 60 Meter breite LED-Lichtwand 18 Meter in die Höhe. Sie soll für jeden Künstler auf der Bühne die richtige Atmosphäre schaffen. Finnlands Paradise Oskar zum Beispiel singt mit seinem Weltenretter-Lied „Da Da Dam“ vor dem Hintergrund einer auf der LED-Wand dargestellten Erdkugel. Und Israels Dana International wird bei „Ding Dong“ in ein Farbenmeer getaucht.

Die Transsexuelle, die nach ihrem Sieg von 1998 wie auch Lena ein zweites Mal antritt, machte ihrem Ruf in der ersten der zwei Düsseldorfer ESC-Wochen gleich alle Ehre. Vor 13 Jahren hatte sie mit ihrem Song „Diva“ unter anderem über Deutschlands Guildo Horn triumphiert – und als Diva gibt sie sich nun auch in Düsseldorf.

Zu den Proben erschien sie mit Sonnenbrille und ließ sich erst einmal genüsslich mit einer Banane nieder, während es eigentlich schon losgehen sollte. Zum Verdruss von Fans und Journalisten strich sie anschließend ihre angekündigte Pressekonferenz. Den Machern der offiziellen Eurovision-Homepage www.eurovision.tv erzählte Dana International: „Ich kümmere mich einen Dreck um Platz eins.“ Doch sie ergänzte: „Natürlich wäre das okay.“

Auch Lena stapelt eher tief, wenn sie betont, es solle nicht gerade der letzte Platz werden. Alle Spekulationen um Erfolg oder Misserfolg im Unternehmen Titelverteidigung gelten bald ohnehin nicht mehr.

Bereits bei den Proben muss die zuletzt oft kritisierte 19-Jährige jetzt zeigen, was sie kann. Europas Urteil fällt dann in einer Woche..

Doch wie auch immer die deutsche Platzierung am Ende aussieht – ebenso wichtig erscheint, wie Deutschland sich den aus vielen Ländern angereisten Fans und den erwarteten weltweit über 120 Millionen Fernsehzuschauern präsentiert. Die Hauptverantwortung dafür liegt bei der ARD, die für die Übertragung des Wettbewerbs 12,1 Millionen Euro aus dem Gebührentopf abgezwackt hat. Statt des in der Vergangenheit üblich gewordenen Moderatoren-Duos setzt der Senderverbund auf ein Trio: „Tagesschau“-Moderatorin Judith Rakers, Stefan Raab und Comedian Anke Engelke führen durch die Show.