Amokläufer Tim K.

Winnenden-Zeugin wird Strafvereitelung vorgeworfen

Die Betreuerin der Familie des Amokläufers von Winnenden muss erneut in den Zeugenstand. Sie soll Dinge zugunsten des Angeklagten beeinflussen.

Eine Schlüsselzeugin im Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden hat sich nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft der Strafvereitelung schuldig gemacht. Es lägen Beweise vor, dass die Betreuerin der Familie Dinge zugunsten des Angeklagten beeinflussen wollte, sagte Oberstaatsanwalt Hans Rieleder am Donnerstag im Stuttgarter Landgericht.

Der Vater des 17-jährigen Täters ist wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Unverschlossen im Schlafzimmer bewahrte er die Tatwaffe auf, mit der sein Sohn in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst tötete.

Die 18. Strafkammer hatte zu Beginn des Prozesses gesagt, auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung sei denkbar. In diesem Fall droht ihm eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

Die Zeugin hatte ursprünglich gesagt, die Eltern hätten von der Äußerung ihres Sohnes gewusst, er habe einen Hass auf die ganze Welt und wolle Leute umbringen. Diese Aussage widerrief sie am 23. November. Das Gericht entschied, die Betreuerin erneut in den Zeugenstand zu rufen. Da sie einer Straftat verdächtigt wird, steht ihr aber ein umfassendes Auskunftsverweigerungsrecht zu.

( dpa/sv )