Explosion in Lüttich

Zahl der Toten nach Hauseinsturz steigt

Die Hoffnung, noch Überlebende nach der Explosion in Lüttich zu finden, schwindet. Die Zahl der Toten, die aus den Trümmern des eingestürzten Wohnhauses geborgen werden konnten, ist bereits gestiegen. Die Rettungskräfte gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer auf bis zu 20 steigen könnte.

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Nach dem Einsturz eines Wohnhauses im ostbelgischen Lüttich ist die Zahl der Toten auf elf gestiegen. Wie die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Rettungskräfte berichtete, wurden zwei weitere Opfer tot aus den Trümmern geborgen.

Die Helfer gehen davon aus, dass noch weitere Leichen gefunden werden könnten: „Es gibt Anzeichen, dass die Zahl der Getöteten auf 15 bis 20 steigen könnte“, sagte Innenministerin Annemie Turtelboorn vor Parlamentsabgeordneten. Die Suche kam wegen des befürchteten Einsturzes weiterer Gebäude nur schleppend voran. Mindestens 21 Menschen waren bei dem durch eine Gasexplosion ausgelösten Unglück verletzt worden.

Bis Donnerstag waren bereits neun Leichen gefunden worden. Mindestens 21 Menschen wurden den Angaben zufolge bei dem Unfall verletzt. Etwa hundert Anwohner wurden nach dem Unglück, das sich am Mittwochmorgen ereignete, in Notunterkünften untergebracht.

Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt der Gasexplosion in dem Gebäude befanden, ist weiter unklar. Die Regierung befürchtete am Donnerstag allerdings bis zu 20 Tote unter den Trümmern.

Am Mittwoch war es gelungen, ein Mädchen lebend aus dem eingestürzten Gebäude zu befreien. Wodurch die Explosion ausgelöst wurde, blieb ebenfalls unklar. Nach Medienberichten könnte es sich um eine Unvorsichtigkeit, einen Unfall oder einen Selbstmordversuch handeln.

Die Straße vor dem Haus und die nähere Umgebung waren weiter gesperrt, die Gasversorgung unterbrochen. Die Druckwelle hatte in Autos und Häusern in einem Umkreis von teils mehreren hundert Metern die Scheiben bersten lassen. Eine Staubschicht bedeckte die Gegend in der Altstadt der wallonischen Universitäts- und Industriestadt. Nur wenige Häuser weiter steht das Geburtshaus des berühmten belgischen Schriftstellers Georges Simenon (1903 bis 1989).