Verbrechen

Mutter ertränkt ihre Kinder in der Badewanne

Im bayerischen Gersthofen bei Augsburg hat eine offenbar geistig verwirrte Frau zwei ihrer fünf Kinder getötet. Nach der Tat informierte sie ihren Ehemann. Die sofort alarmierten Notärzte konnten das knapp zweijährige Mädchen und den sechs Monate alten Jungen nicht mehr retten.

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Eine Mutter von fünf Kindern hat am Freitag in Gersthofen bei Augsburg eine Tochter und einen Sohn getötet. Die 35 Jahre alte Frau soll nach Polizeiangaben in den frühen Morgenstunden die Badewanne mit Wasser gefüllt und dann ihre knapp zweijährige Tochter und ihren fast fünf Monate alten Sohn ertränkt haben.


Danach weckte sie ihren 35-jährigen Ehemann und informierte ihn über das Geschehen. Die sofort alarmierten Notärzte konnten das Leben der Kinder nicht mehr retten. Während der Tat schliefen die anderen drei Kinder des Ehepaares im Alter von vier, sechs und acht Jahren in ihren Betten. Die beiden Mädchen und der Junge bekamen von der Tat ihrer Mutter offenbar nichts mit. Die Kinder wurden unmittelbar nach Bekanntwerden der Familientragödie durch ein Kriseninterventionsteam und das Jugendamt des Landratsamtes Augsburg betreut. Die aus Kroatien stammende Frau wurde festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft leidet die 35-Jährige an Depressionen. Sie wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Dies hat die zuständige Staatsanwaltschaft nur wenige Stunden nach der Tat und der Begutachtung der Täterin durch den Landgerichtsarzt beantragt, sagte ein Behördensprecher.

Eine völlig unauffällige Familie

Der Augsburger Landrat Karl Vogele zeigte sich schockiert. «Ich bin sprachlos», sagte er. «Unser Hauptaugenmerk und unser ganzer Einsatz gelten jetzt den drei verbliebenen Kindern», kündigte er an. Sie seien inzwischen in einem Kinderheim untergebracht worden. Vögele zufolge ist die betroffene Familie bislang weder beim Landratsamt noch bei der Stadt Gersthofen aufgefallen. Mitarbeiter des Jugendamts hätten die Wohnung der Familie als gepflegt und aufgeräumt beschrieben. Nachbarn äußerten sich fassungslos über die Tat und stellten noch am Freitag Kerzen vor dem Eingang zu dem Wohnhaus auf, andere legten Rosen nieder.

Der Bürgermeister von Gersthofen, Siegfried Deffner, reagierte mit Erschütterung auf die Familientragödie in seiner Stadt. Er kam am frühen Nachmittag zu dem Wohnhaus und sagte, er wisse nicht, wie er mit dem Geschehen umgehen solle.

Das ehemalige Bauerndorf Gersthofen im Süden von Augsburg ist inzwischen zu einer Kleinstadt mit rund 20.000 Einwohnern geworden. Das 16-Parteien-Wohnhaus, in dem die Kinder getötet wurden, befindet sich in einem Neubaugebiet am Stadtrand. Die Familie wohnt im 2. Stock. Der Ausländeranteil in Gersthofen beträgt wie im bayerischen Durchschnitt rund elf Prozent. „Wir kennen bei uns keine Ausländerprobleme“, sagte Bürgermeister Deffner.

Der Rathauschef zeigte sich besorgt um den guten Ruf seiner Stadt. Jetzt würden wieder Erinnerungen wach an den Faschingsdienstag vor sechs Jahren. Damals war in Gersthofen die zwölfjährige Vanessa von einem als Tod verkleideten 19-Jährigen mit 21 Messerstichen umgebracht worden. Die Eltern hatten das tote Kind damals blutüberströmt im Kinderzimmer gefunden. Es sei zu befürchten, dass jetzt wieder Ängste um Kinder in der Gemeinde umgehen, sagte Deffner.