Schallers Beweise

Überwachungs-Videos der Loveparade veröffentlicht

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Wie zuvor angekündigt, haben die Veranstalter der Loveparade umfangreiche Filmaufnahmen der Unglücks-Veranstaltung ins Internet gestellt.

Der Loveparade-Veranstalter Lopavent hat wie angekündigt Filmaufnahmen von Überwachungskameras im Internet veröffentlicht.

Es handele sich um das vollständige Videomaterial, teilte das Unternehmen in Berlin mit. Die Lopavent als Veranstalter sehe sich mit in der moralischen Verantwortung für das tragische Unglück und wolle einen Beitrag zur Aufklärung der Ereignisse an diesem Tag leisten.

Das Team der Lopavent will nach eigenen Angaben mit der Veröffentlichung des Materials dazu beitragen, „die Vorgänge am 24.7.2010, die zu der Katastrophe geführt haben, nachzuvollziehen und aufzuklären.“ Alle Materialien lägen den Ermittlungsbehörden vor.

Auf der Seite www.dokumentation-loveparade.com hat das Unternehmen außerdem einen Dokumentarfilm veröffentlicht. In ihm wird die Polizeikette auf der Hauptrampe als entscheidende Ursache für das Zustandekommen der Katastrophe mit 21 Toten dargestellt.

„Jeder soll sich selbst ein Bild von den Abläufen machen können“, sagte Schaller, der den Einsatz der Polizei bereits zuvor scharf kritisiert hatte.

Am Unglückstag habe die Polizei aus unerklärlichen Gründen drei Sperrketten gebildet, als sich vor den Zugängen im West- und Ostteil des Veranstaltungsgeländes ab 15.50 Uhr die Massen stauten: zwei in den Tunneln und eine auf dem unteren Teil der Zugangsrampe.

Diese Ketten seien vermutlich die Ursache der Katastrophe gewesen. „Für uns stellt sich die Frage, warum die Polizei dies tat.“ Ohne die Polizeikette auf der Rampe würden die Menschen noch leben, behauptete Schaller.

Vertreter der Polizei wiesen die Vorschürfe scharf zurück. Die Beamten hätten teilweise unter Einsatz ihres Lebens versucht, die schlimmsten Folgen der schlampigen Loveparade-Planung zu verhindern, meinte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. In vielen Fernsehberichten sei bereits zu sehen gewesen, dass die Polizisten „förmlich überrannt wurden, als sie den Versuch unternommen hatten, weiteren Zulauf auf das Gelände zu unterbinden“.

Der Inspekteur der nordrhein-westfälischen Polizei, Dieter Wehe, sagte laut Pressemitteilung des NRW-Innenministeriums zu Schaller: „Seine Aussagen werden nicht besser, nur weil er sie wiederholt. Der Veranstalter hat die Polizei um Hilfe gebeten, weil sein Sicherheitskonzept zusammengebrochen war.

Er hatte zugesagt, die Eingangsschleusen zu schließen. Das ist nicht geschehen.“ Die Polizei werde den nordrhein-westfälischen Landtag und die Öffentlichkeit bei der Sitzung des Innenausschusses (2. September) weiter über ihre Erkenntnisse zum eigenen Handeln bei der Loveparade informieren, sagte Wehe. „Dabei werden wir die Fakten darlegen. Entscheidend wird das Zusammenwirken von Veranstalter Lopavent, der Stadt Duisburg als Genehmigungs- und Gefahrenabwehrbehörde und der Polizei sein. Gerichte, Angehörige der Opfer und die Öffentlichkeit können danach ihre Bewertung vornehmen“, erklärte der Inspekteur.

Auch Duisburgs umstrittener Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) hatte sein Kommen zum Innenausschuss zugesagt. Die Ratsfraktionen von SPD, Linken und FDP hatten die Abwahl Sauerlands beantragt. Darüber soll bei einer Sondersitzung Mitte September unter allen Mitgliedern, mit Ausnahme von Sauerland, abgestimmt werden. Sauerland gilt vielen als der Hauptverantwortliche der Loveparade-Katastrophe vom 24. Juli. Der Kommunalpolitiker lehnt seit Wochen einen Rücktritt ab und sieht keine persönliche Schuld.

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