Pädophilenring

Dennis' Mörder wartete auf Kind aus Berlin

Der mutmaßliche Mörder von Dennis und zwei weiteren Jungen soll Kontakte zu einem Berliner Kinderschänderring gehabt haben. Angeblich sollte dem Täter kurz vor seiner Verhaftung ein Kind aus der Hauptstadt zugeführt werden.

Dem mutmaßlichen Mörder des neunjährigen Dennis und zweier weiterer Jungen sollte vor seiner Verhaftung ein neunjähriger Junge aus der Berliner Pädophilen-Szene zugeführt werden. Das berichtet das Magazin „Stern“. Als die Polizei über abgehörte Telefonate von der bevorstehenden Zuführung des Jungen erfuhr, sei der mutmaßliche Serienmörder dann in Hamburg festgenommen worden.

Die Soko „Dennis“ wollte den Bericht nicht kommentieren. Einzelheiten der umfangreichen Nachforschungen gäben die Ermittler derzeit nicht preis, sagte ein Polizeisprecher im niedersächsischen Verden. Martin N., der jahrelang unauffällig im Hamburger Stadtteil Wilstorf gelebt hatte , soll in den vergangenen Wochen jedoch rund um die Uhr observiert worden sein. Fast zehn Jahre lang hatten die Ermittler nach dem Kindermörder gefahndet.

Es gibt derzeit immens viele solcher Details und wir wollen die laufenden Ermittlungen nicht gefährden“, sagte die Sprecherin der Soko Dennis, Anke Rieken. In den nächsten Wochen wollen sich die Ermittler aber nochmals mit Fragen und Details an die Öffentlichkeit wenden.

Wie Morgenpost Online erfuhr, schließt ein hochrangiger Berliner Polizeibeamter, der an den Ermittlungen gegen Martin N. beteiligt ist, einen Zusammenhang mit dem Fall des aufgeflogenen Kinderhändlerrings, an dem auch ein Lehrer einer Berliner Waldorf-Schule beteiligt gewesen sein soll, definitiv aus.

Der Verdächtige Martin N. sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Er hat nach Behördenangaben gestanden, 1992 den 13-jährigen Stefan J., 1995 den achtjährigen Dennis R. und 2001 den neunjährigen Dennis K. getötet zu haben.

Nach einem Bericht des „ Weser Kuriers “ soll N. bereits als 16-jähriger Gymnasiast in Bremen mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein. Damals habe er Eltern mit der Drohung erpresst, dass eines ihrer Kinder sterben werde. Dem Bericht zufolge war er damals zu acht Wochen Sozialdienst verurteilt worden. Da es sich um eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht handelte, sind die Daten aber inzwischen gelöscht. Auch bei der Staatsanwaltschaft Bremen lassen sich keine Akten zu diesem Fall finden, wie Sprecher Frank Passade am Dienstag sagte.

Ob Martin N. mit den Ermittlern kooperieren will, war zunächst nicht bekannt. Schon seine erste Vernehmung hatte sich als äußerst schwierig erwiesen. Nach seiner Festnahme hatte er einen Tag lang hartnäckig zu den Vorwürfen geschwiegen. Erst am Donnerstag gab er die drei Tötungen der Jungen sowie annährend 40 Fälle von Missbrauch zu. Er sei "alles andere als cool gewesen", hieß es aus Ermittlerkreisen. Während der Vernehmung erlitt Martin N. Magenkrämpfe.

Unterdessen hat ein DNA-Abgleich ergeben, dass es bei keinem der überprüften Fälle eine „sichere Täterspur“ gibt, sagte Rieken. Das bedeute aber nicht, dass Martin N. nicht als Täter infrage komme. Die Polizei prüft nun, ob er auch für zwei weitere Tötungen im Ausland infrage kommt.

Dass der Mann je wieder freikommt, glauben Ermittler nicht. Schon in dem ersten von der Staatsanwaltschaft Stade angekündigten Verfahren, bei dem es um die Ermordung der drei Jungen geht, dürfte dem Angeklagten eine Verurteilung drohen, bei der Experten auch die Feststellung der besonderen schwere der Schuld und die Anordnung von Sicherheitsverwahrung erwarten.

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