Zusammenstoß

Zehn Verletzte nach S-Bahn-Unfall in Hamburg

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André Zand-Vakili

Foto: Andr Zand-Vakili / André Zand-Vakili

Eine mit etwa sechzig Fahrgästen besetzte S-Bahn ist in Hamburg mit einem auf den Gleisen stehenden Bagger zusammengestoßen. Der Zugfahrer leitete eine Notbremsung ein, konnte den Aufprall aber nicht mehr verhindern. Zehn Menschen wurden verletzt.

Ein mit rund 60 Fahrgästen besetzter Zug der S3 ist in der Nacht zum Sonntag in Neugraben auf einen Bagger geprallt. Zehn Menschen wurden verletzt. Der Unfall verlief verhältnismäßig glimpflich. Lokführer Michael G. (43) hatte das Hindernis trotz der Dunkelheit noch so rechtzeitig erkannt, dass er eine Notbremsung durchführen konnte. Auf den letzten Metern wurde der Bagger erfasst, der für Schienenfahrten umgebaut ist, und mehrere Meter vor dem Zug hergeschoben.

Es war 40 Minuten vor Mitternacht, als das Unglück kurz vor dem S-Bahnhof Neugraben passierte. Auf einer sogenannten Eingleisungsstelle in Höhe Stremelweg war ein Zwei-Wege-Bagger auf die Schienen gefahren. Das mit Arbeitsgruppenführer Jörg C. und Fahrer Hans D. besetzte Spezialfahrzeug sollte über das Gleis10 zu einer nahen Baustelle fahren. In dem Moment kam auf demselben Gleis die S3 aus Buxtehude. Die S-Bahn war zu diesem Zeitpunkt etwa 80 Stundenkilometer schnell. Der Lokführer reagierte blitzschnell und löste eine Notbremsung aus. Dann flüchtete er aus seinem Führerstand in den ersten Waggon und warnte die Fahrgäste.

"Es gab einen ganz schön heftigen Knall"



Thomas Spindler (29) war mit Freunden in dem Zug. Die Buxtehuder wollten einen Junggesellenabschied auf dem Hamburger Kiez feiern. „Es gab einen ganz schön heftigen Knall“, sagt Spindler. „Ich saß in Fahrtrichtung und bin nach vorn geschleudert worden. Man hatte keine Chance sich festzuhalten.“ Einige seiner Freunde, darunter der Bräutigam, verletzten sich leicht. Auch andere Fahrgäste hatten Blessuren erlitten. Sie mussten zunächst im Zug bleiben, weil die Stromschiene, über die die S-Bahn mit Energie versorgt wird, noch nicht abgestellt war. Erst danach konnten sie die Abteile verlassen. Am schwersten verletzt wurde der Arbeitsgruppenführer, der in dem Bagger hinten gesessen hatte. Der 37 Jahre alte Mann aus Schwerin erlitt Kopf- und Beinverletzungen. Zudem brach er sich die Schulter. Momentan befindet er sich auf der Intensivstation. Lebensgefahr, so hieß es am Sonntag, besteht nicht. Der Baggerfahrer selbst blieb unverletzt.

Die Feuerwehr gab wegen des Zugunglücks Großalarm. Kräfte von mehreren Wachen der Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Neugraben und Spezialkräfte des Rettungsdienstes rückten aus. Insgesamt 64 Mann waren im Einsatz. Feuerwehrleute und Notärzte versorgten die Verletzten noch am Unglücksort. Rettungswagen brachten sechs der verletzten Fahrgäste in mehrere Krankenhäuser im Süden Hamburgs. Wegen der umfangreichen Rettungs- und Bergungsarbeiten war der S-Bahnverkehr bis 3 Uhr, der Fernbahnverkehr bis 5 Uhr unterbrochen. Drei Fernzüge und 13 S-Bahnen waren betroffen.

Die genaue Unfallursache war zunächst noch unklar. „Wir haben noch in der Nacht Spuren gesichert, Zeugen vernommen und Unterlagen gesichert“, sagt der Sprecher der Bundespolizei, Rüdiger Carstens. Nach dem jetzigen Stand geht die Bundespolizei von einem Unfall aus. Eine Einwirkung von außen wird ausgeschlossen.