Trauerfeier

Volksmusikerin Maria Hellwig beigesetzt

Hunderte Menschen haben Abschied von "Jodelkönigin" Maria Hellweg genommen. Mit dabei waren auch Stars der Volksmusik wie das Duo Marianne und Michael.

Foto: dpa

Auf ihrem letzten Weg spielte die Musikkapelle von Reit im Winkl für ihre berühmte „Jodelkönigin“. Fahnenabordnungen, Mitglieder des Trachtenvereins und des Kirchenchors, wo Maria Hellwig selbst jahrzehntelang Mitglied war, folgten ihr. Rund 700 Menschen erwiesen dem Volksmusikstar am Mittwoch im idyllischen, verschneiten Bergdorf im Chiemgau die letzte Ehre. „Das hier war ihre Welt: Die Berge, die Musik“, sagte Marianne Hartl vom Duo Marianne und Michael.

Hellwig, die ihrem geliebten Heimatort zeitlebens eng verbunden war, sei ein „großartiger, ganz bescheidener Mensch“ gewesen, der durch seine Fröhlichkeit bestochen habe, betonte Hartl – „ein Vorbild“ für alle Volksmusiker.

Fünf Tage nach dem Tod von Hellwig kamen neben ihrer Tochter und langjährigen Bühnenpartnerin Margot viele Freunde, Fans und Kollegen zusammen – unter ihnen auch die Moderatoren Karl Moik und Florian Silbereisen sowie die Ski-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier. Hape Kerkeling und Heino sandten Kränze mit „letzten Grüßen“.

Rund 200 Menschen harrten bei eisiger Kälte aus

Moik zeigte sich vom Tod seiner Kollegin tief getroffen: „Das ist eine Frau, die hatte einfach so viel Herz. Wenn man mit jemandem so lange zusammen war, privat wie künstlerisch, tut das weh.“ Michael Hartl betonte: „Sie hatte diese Aura. Das Glückliche, das Jauchzen.“ So werde man Hellwig in Erinnerung behalten. Er selbst habe mit seiner Frau den ersten TV-Auftritt in einer ihrer Shows absolviert.

Am Altar in der Dorfkirche stand ein Foto der Verstorbenen - strahlend im Dirndl, so wie man sie seit Jahrzehnten kannte. Der Gottesdienst wurde per Lautsprecher ins Freie übertragen, wo trotz eisiger Temperaturen rund 200 Menschen ausharrten.

Zelebriert wurde die Trauerfeier vom Münchner Domkapitular Monsignore Wolfgang Huber, der selbst gebürtiger Reit im Winkler ist. Er erinnerte an seine Begegnungen mit Maria in Kindheitstagen, als sie direkte Nachbarn gewesen seien „und die Maria immer ein fröhliches Wort auf den Lippen hatte“. Hellwig habe es „in die Welt hinausgetragen“, dass es schön sei, „hier daheim zu sein“. Trotz ihres nicht immer einfachen Lebens habe sie stets nach vorne geblickt, sagte Huber mit Blick auf Schickssalsschläge von Hellwig wie den frühen Verlust ihres ersten Mannes Sepp Fischer im Krieg und später den plötzlichen Tod ihres zweiten Mannes Addi Hellwig.

Hellwig sang noch vor ihrem Tod im Krankenhaus

Noch vor wenigen Monaten hatte die Sängerin selbst hervorgehoben, dass sie aus der Musik Kraft geschöpft habe. Im Krankenhaus soll sie noch wenige Minuten vor ihrem Tod gesungen haben. Die Ärztin habe berichtet: „Mit dem Singen hat sie auch zu atmen aufgehört“, sagte Thomas Berger – ein Freund der Familie und Pächter von Hellwigs bekanntem Lokal „Zum Kuhstall“ – in seiner Trauerrede.

Beim Abschied von „der Maria“, wie im Dorf alle ihre Ehrenbürgerin nannten, stand die Musik, auch die Volksmusik, ebenfalls im Mittelpunkt. Die Leiterin des Kirchenchors, die mit Hellwig bis zuletzt Stimmübungen gemacht hatte, sang das „Ave Maria“. Trotz ihres angeschlagenen Gesundheitszustands habe sie immer „unermüdlich“ an sich gearbeitet, betonte Suzanne Calabro-Schmuck.

Nach dem Gottesdienst gab die Trauergemeinde der Verstorbenen auf dem Weg zum Friedhof das letzte Geleit. Der helle Holzsarg war mit roten Rosen und selbstgemalten Bildern ihrer beiden Urenkel Olivia und Jacob geschmückt, die Hellwig liebevoll „Mami“ genannt hatten. Ihre letzte Ruhe fand die „Jodelkönigin“ im Familiengrab an der Seite ihres 1996 verstorbenen Mannes Addi. Auf ihren Wunsch ertönte an ihrem Grab ein Trompetensolo.

Große Sympathien im Dorf

Wenn man sich am Mittwoch im Dorf umhörte, wurde schnell klar, welche Sympathien Hellwig genossen hatte. Immer wieder wurden ihre große Herzlichkeit und ihre Bodenständigkeit hervorgehoben. „Sie war mit allen per Du und hatte gar keine Starallüren“, sagte etwa ein Polizist. Ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr betonte: „Die Maria hat jeder hier gemocht, sie war so natürlich und hat eine tolle Werbung gemacht für Reit im Winkl.“

Auch der Bürgermeister Josef Heigenhauser betonte: „Sie wurde weltweit die sympathische Botschafterin ihres Heimatortes.“ Hellwig war einer der großen Stars der Volksmusik. 1957 hatte sie ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben. Sie ging international auf Tournee. Mit ihrer einzigen Tochter Margot stand sie erstmals 1963 gemeinsam auf der Bühne. Ab den 70er Jahren wurde Hellwig auch im Fernsehen bekannt. Mehr als 500 Mal führte sie durch Sendungen wie „Die Musik kommt“ oder „Die Fahrt ins Blaue“. Der Titel „Servus, Grüezi und Hallo“ wurde zu ihrer Erkennungsmelodie.

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