Baden-Baden

Kinderschänder zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Der Komplize des Erfurter Kinderschänders wurde in 128 Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochen.

Sie missbrauchten ein kleines Mädchen und filmten den Sex: Der Komplize des Anfang März verurteilten Erfurter Kinderschänders ist in Baden-Baden zu zwölf Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Landgericht befand den 61-Jährigen aus dem badischen Rastatt des schweren sexuellen Missbrauchs an seiner Stieftochter in 128 Fällen für schuldig.

Die Taten seien „abstoßend“, erklärte der Vorsitzende Richter Klaus Beier. Der Mann hatte am Tag vor dem Prozessauftakt versucht, sich in seiner Gefängniszelle umzubringen. Vor Gericht räumte er dann ein, seine kleine Stieftochter in zahlreichen Fällen missbraucht zu haben. Zudem hat er das Kind nach Überzeugung des Gerichts an andere Männer verkauft.

Von einem 38 Jahre alten Erfurter, der Anfang März deswegen zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilte wurde, soll er für den Sex mit dem Mädchen 300 Euro verlangt haben. Mit dem Strafmaß blieb das Gericht hinter den Forderungen der Staatsanwaltschaft zurück. Diese hatte 14 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert.

Die Verteidigung hatte sich in ihrem Plädoyer nicht auf ein Strafmaß festgelegt. Der Pflichtverteidiger zeigte nur wenig Verständnis für seinen Mandanten. „Ich kann nichts zur Entlastung meines Mandanten vorbringen“, sagte Anwalt Hans-Werner Dünnbier in seinem Plädoyer.