Regeln des Sheriffs

Häftlinge in US-Gefängnis dürfen nur die Bibel lesen

In einer Haftanstalt in South Carolina dürfen die Insassen nur die Bibel lesen. Der Koran für Muslime wurde abgelehnt. Das gibt jetzt Ärger.

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Lesen verboten – mit Ausnahme der Bibel: Einem Sheriff im US-Bundesstaat South Carolina droht Ärger, weil er Häftlingen in einem von ihm geführten Gefängnis jede Lektüre außer der Heiligen Schrift vorenthielt. Das US-Justizministerium reichte diese Woche vor einem Gericht in Charleston eine Klage gegen Sheriff H. Wayne DeWitt ein. Demnach durften die Häftlinge im Bezirksgefängnis von Berkeley keine Bücher, Zeitschriften, Zeitungen oder religiöse Werke außer der Bibel besitzen.

Bibeln wurden den Häftlingen kostenlos ausgehändigt. Als ein Jude aber nach einer Tora und zwei Muslime nach dem Koran fragten, wurde ihnen beschieden, sie müssten sich die Schriften von Familienangehörigen persönlich ins Gefängnis bringen lassen.

Als dann die Freundin eines der Muslime tatsächlich ein Koran-Exemplar ins Gefängnis brachte, weigerten sich die Mitarbeiter der Anstalt, dem Häftling das Buch auszuhändigen. Dem US-Justizministerium zufolge verletzt die Praxis in dem Gefängnis mehrere Gesetze und den ersten Verfassungszusatz. Dieser gewährt unter anderem Religionsfreiheit.