Südafrika

Kampflustiger Bischof bekommt Morddrohungen

Pretoria – Bischof Jo Seoka, der Vorsitzende des Südafrikanischen Kirchenrates, steht nach Morddrohungen unter Polizeischutz. wie südafrikanische Medien am Freitag berichteten, sehen Kirchenvertreter das mutige Eintreten des Bischofs gegen Korruption und unmoralisches Wirtschaftsgebaren als Auslöser der Drohungen.

Seoka, der anglikanischer Bischof von Pretoria ist, und Mitglieder seiner Familie waren den Berichten zufolge in den vergangenen Tagen wiederholt mit dem Tod bedroht worden. Unter anderem seien fünf Männer mit Schusswaffen vor dem Bischofshaus aufgetaucht und hätten erklärt, Seoka und seine Frau erschießen zu wollen; beide seien jedoch außer Haus gewesen. Am Folgetag habe es mehrere Drohanrufe gegeben, der Bischof solle seine Sachen packen und verschwinden.

Seoka setzt sich seit langem für soziale und ökonomische Gerechtigkeit ein und prangert Missstände in der Wirtschaft öffentlich an. Allerdings gebe es derzeit noch keine sicheren Erkenntnisse über die Herkunft der Drohungen, heißt es in einer Erklärung des Kirchenrates. Der Bischof selbst zeige sich gelassen und standfest; in seiner Umgebung sei man jedoch sehr in Sorge. Weiter heißt es: "Der Kirchenrat wird nicht zulassen, dass Drohungen wie diese uns davon abhalten, unserer Verpflichtung nachzukommen, solidarisch mit den Armen und an den Rand Gedrängten zu sein und im Land eine moralische Führungsrolle zu übernehmen."