Sandsturm-Inferno

Autobahn 19 nach Massenkarambolage wieder frei

Zwei Tage nach der Massenkarambolage auf der Autobahn A 19 zwischen Rostock und Güstrow rollt der Verkehr wieder in beide Fahrtrichtungen. Am Sonntagmittag wurde auch die Fahrbahn in Richtung Rostock wieder freigegeben.

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Bei einem schweren Unfall auf der A19 sind mehrere Menschen gestorben, es gab zahlreiche Verletzte.

Video: Reuters
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48 Stunden nach der verheerenden Massenkarambolage ist die Autobahn 19 Berlin-Rostock wieder vollständig befahrbar. Nach zwei Tagen Aufräumen und Reparaturen gab die Autobahnmeisterei am Sonntag kurz nach Mittag auch die Fahrspuren nach Rostock bei Kavelstorf wieder frei.

Zuvor waren dort das letzte Lkw-Wrack geborgen und umfangreiche Reparaturarbeiten auf dem vom Feuer stark beschädigten Fahrbahnbelag vollzogen worden.

„An die Unfallstelle erinnert jetzt nur noch ein etwa 60 Meter langer Asphaltstreifen, der auf den beschädigten Beton aufgebracht werden musste“, sagte Leiter Thomas Ebel am Sonntag. Die Fahrspuren nach Berlin waren bereits Samstagmittag wieder freigegeben worden. An der Unfallstelle darf jetzt nur noch mit 80 Stundenkilometern gefahren. Vorher gab es dort kein Tempolimit.

Bei dem bislang schwersten Unfall in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns waren am Freitag acht Menschen ums Leben gekommen, 131 wurden teils schwer verletzt. Ein schwerer Sturm hatte Sand von angrenzenden Feldern auf die Autobahn geweht, der den Fahrern plötzlich die Sicht nahm.

Bei den Todesopfern handelt es sich um drei Frauen und fünf Männer. Sie seien in ihren Fahrzeugen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Rostock am Sonntag.

Nach Angaben der Polizei war ein 34-jähriger Berliner jüngstes Todesopfer des Unfalls vom Freitag. Zu den ältesten Opfern gehöre eine 69-jährige Frau aus Sandersdorf-Brehna (Kreis Anhalt-Bitterfeld) in Sachsen-Anhalt. Zwei Opfer kamen aus Nordbrandenburg, vier aus dem mittleren Mecklenburg. 131 Menschen wurden verletzt, 21 waren am Sonntag noch in medizinischer Behandlung in den Kliniken. Ein Mann schwebte den Angaben zufolge noch in Lebensgefahr.

Die Anwaltschaft nahm Ermittlungen zur Unfallursache auf. „Es besteht der Verdacht der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung“, sagte Staatsanwältin Maureen Wiechmann. Experten der Prüforganisation Dekra sollen klären, „ob Autofahrer angesichts der Sandwand zu schnell oder zu unvorsichtig gefahren sind“. Noch am Freitag waren fünf Fahrzeuge an der Unfallstelle bei Kavelstorf beschlagnahmt worden.