Bankenkrise

US-Börsenaufseher surfen zu viel auf Porno-Seiten

Wer sich seit der Bankenkrise fragte, warum die US-Börsenaufsicht nicht besser aufgepasst hat, der erhält nun vielleicht eine Antwort: Interne Ermittlungen haben ergeben, dass die Mitarbeiter auf Pornoseiten surfen – und zwar lange. Unter den Ertappten sind viele leitende Angestellte und ein weiblicher "Sex-Maniac".

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Seit Beginn der Finanzkrise haben sich Mitarbeiter der US-Börsenaufsicht SEC laut einer internen Ermittlung vermehrt auf Porno-Seiten im Internet Entspannung verschafft. In den vergangenen fünf Jahren hätten 33 Beschäftigte während der Arbeitszeit auf ihren Dienstcomputern Bilder pornografischen, sowie eindeutig oder andeutungsweise sexuellen Inhalts angesehen und damit die geltenden Regularien verletzt, berichtete der US-Sender ABC.

Mit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 habe der Skandal dann seinen Höhepunkt erreicht, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf interne Untersuchungen bei der SEC.

Zu den besonders auffallenden Fällen von Online-Pornokonsum zählte demnach ein führender Mitarbeiter der Washingtoner SEC-Zentrale, der bis zu acht Stunden am Tag auf Porno-Seiten im Netz verbrachte.

„Nachdem die Speicher seines Computers mit Pornobildern voll waren, lud er weitere Bilder auf CD-Roms und DVDs und hortete diese in seinem Büro“, heißt es in dem ABC-Bericht. Auch ein weiblicher Sex-Maniac wurde ertappt: Die Frau soll in einem Zeitraum von 14 Tagen 1800 mal auf Sex-Seiten geklickt und 600 pornografische Dateien auf ihrer Festplatte versteckt haben.

Wenngleich die Vorwürfe nur rund ein Prozent der insgesamt 3500 SEC-Beschäftigten betreffen, zählen doch mehr als die Hälfte der Verdächtigen zum Kreise der leitenden Angestellten. Diese Mitarbeiter kassierten dem Bericht zufolge ein Jahresgehalt von 90. 000 bis 223.000 Dollar (74.000 bis 168.000 Euro). Veranlasst wurde die Untersuchung demnach auf Betreiben des republikanischen Senators Charles Grassley.

Die US-Börsenaufsicht kam in jüngster Zeit wiederholt wegen zu laxer Kontrollen der Finanzmärkte in die Kritik. Unter anderem war die Behörde offenbar mehreren Hinweisen auf dubiose Geschäfte des US-Anlagebetrügers Bernard Madoff nicht nachgegangen. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung im Dezember 2008 hatte Madoff mit Hilfe eines komplexen Systems tausende Anleger um Milliarden Dollar geprellt.