Massenkarambolage

Drei Berliner und Brandenburger sterben auf A19

Acht Menschen starben bei der Massenkarambolage auf der Autobahn 19 nahe Rostock, mehr als 130 wurden verletzt. Unter den Toten sind nach Polizeiangaben auch drei Berliner und Brandenburger.

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Bei einem schweren Unfall auf der A19 sind mehrere Menschen gestorben, es gab zahlreiche Verletzte.

Video: Reuters
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Mehr als 20 Verletzte liegen noch im Krankenhaus, Teile der Autobahn sind weggeschmolzen: Nach dem Horrorcrash nahe Rostock ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Acht Menschen starben bei der Massenkarambolage, mehr als 130 wurden verletzt – ein Mann schwebt noch in Lebensgefahr. Ein Sandsturm hatte den Fahrern am Freitag die Sicht genommen. „Es besteht der Verdacht der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung“, sagte Staatsanwältin Maureen Wiechmann am Sonnabend.

Die acht Todesopfer stammen aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt. Wie ein Sprecher des Lagezentrums im Schweriner Innenministerium am Samstag sagte, waren keine Kinder unter den Toten. Vier Verstorbene, darunter ein Ehepaar, kämen aus Mecklenburg-Vorpommern. Ein Paar aus Brandenburg sei ums Leben gekommen, je ein Mensch aus Berlin und Sachsen-Anhalt auf der A19 gestorben. Weitere Einzelheiten wollte die Polizei mit Rücksicht auf Angehörige und die noch offenen rechtsmedizinischen Untersuchungen nicht nennen. Die Untersuchungen, auch zur Todesursache, sollen erst am Montag stattfinden.

Außerdem sollen drei Verletzte aus Berlin stammen, das sagte am Sonnabendmittag ein Polizeisprecher dem RBB. Über die Schwere der Verletzungen konnte er noch keine Angaben machen.

Ein Lkw-Fahrer aus Marzahn ist nach Informationen von Morgenpost Online unter den Verunglückten, wie schwer er verletzt ist, weiß man bislang nicht. Genauere Angabe dazu gab es am Sonnabend ohnehin nicht. Keines der Berliner Krankenhäuser hat Verletzte aufnehmen müssen. Zwar seien dem Unfallkrankenhaus in Marzahn vier Opfer mit Brandverletzungen angekündigt worden, eingeliefert aber habe man sie nicht. „Die Stationen waren schon vorbereitet“, sagte Krankenhaus-Sprecherin Angela Kijewski. Offenbar waren die Krankenhäuser in Unfallnähe selbst in der Lage, die Verletzten zu versorgen. Das Deutsche Rote Kreuz hat eine Notfall-Nummer für Angehörige eingerichtet: Tel: 03855914777 .

Kinder seien nicht unter den Opfern, hieß es. Der lebensgefährlich Verletzte liegt auf der Intensivstation des Krankenhauses Güstrow, wo mit neun Frauen und Männern die meisten Verletzten betreut werden. „Es geht aufwärts“, sagte der Ärztliche Direktor der Universitätsklinik Rostock, Peter Schuff-Werner, wo fünf Unfallpatienten liegen. Davon würden drei Patienten noch auf der Intensivstation betreut. Weitere fünf Patienten werden im Rostocker Südstadtklinikum, drei Patienten in Bad Doberan und zwei Frauen, die bei dem Unfall verletzt wurden, werden in Bützow in einer Klinik versorgt.

80 Autos rasten am Freitag bei dem Sandsturm ineinander. Knapp 30 Fahrzeuge gingen in Flammen auf, auch ein Gefahrguttransporter brannte. Die extreme Hitze hat schwere Schäden auf der Fahrbahn verursacht. Die Autobahnmeisterei Kavelstorf arbeitete mit Hochdruck an der Beseitigung der Unfallschäden. „Wir montieren in Richtung Berlin noch Schutzplanken, dort sollen beide Spuren freigegeben werden“, sagte der Leiter der Meisterei, Thomas Ebel. Auf der Unfallstelle Richtung Rostock seien die Betonfräsarbeiten beendet. „Hier wird alles vorbereitet, um Gussasphalt einzubringen.“ Insgesamt seien 30 Arbeiter der Meisterei und von Fremdfirmen im Einsatz. Die deutlich stärker beschädigte Fahrbahn nach Rostock soll am Sonntag wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Am Nachmittag wurde die Autobahn 19 in Richtung Berlin dann wieder freigegeben. In der Gegenrichtung dauerten die Reparaturarbeiten an, wie ein Polizeisprecher sagte.