Berufungsprozess

Amanda Knox will erneut ihre Unschuld beweisen

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Wegen brutalen Mordes an ihrer Kommilitonin wurde Amanda Knox zu 26 Jahren Haft verurteilt. Nun wird ihr Fall in Perugia neu aufgerollt.

In Italien hat am Mittwoch der Berufungsprozess gegen die wegen Mordes verurteilte US-Amerikanerin Amanda Knox begonnen. Die als „Engel mit Eisaugen“ bekannt gewordene Studentin wurde vor knapp einem Jahr wegen der grausamen Tötung ihrer Mitbewohnerin verurteilt. Die Anhörung am Mittwoch dauerte etwa 15 Minuten, die nächste Sitzung wurde für den 11. Dezember anberaumt.

Knox wurde von einer Polizistin in den selben Gerichtssaal gebracht, in dem sie im Dezember vergangenen Jahres wegen eines sexuellen Übergriffes und anschließenden Mordes an der Britin Meredith Kercher zu 26 Jahren Haft verurteilt wurde. Ihr damaliger Freund Raffaele Sollecito, der als Mittäter zu 25 Jahren verurteilt wurde, war bei der Anhörung auch anwesend. Beide sitzen seit dem 6. November 2007 in Perugia in Haft und beteuern bis heute ihre Unschuld.

Die 21-Jährige Kercher wurde am 2. November 2007 mit aufgeschnittener Kehle aufgefunden. Ein dritter Verdächtiger, ein Mann aus der Elfenbeinküste, wurde bereits 2008 schuldig gesprochen und zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er hatte vor Gericht ebenfalls seine Unschuld beteuert.

Im Prozess gegen Knox, die von den italienischen Medien wegen ihres kindlichen und zugleich undurchdringlichen Gesichtsausdrucks „Engel mit Eisaugen“ genannt wurde, sagten rund 100 Zeugen aus. Strittig waren vor allem als Beweise vorgebrachte DNA-Spuren. Begleitet war das Verfahren von einem immensen Medienecho, das die intimsten Details aus dem Privatleben der 23-Jährigen an die Öffentlichkeit spülte.

Sowohl die Verteidigung als auch die Anklage reichten Berufung gegen das Urteil ein. Knox’ Anwalt Luciano Ghirga ersuchte um die Neuverhandlung des Falles, um neue Zeugen hören zu lassen und einen Freispruch zu erlangen. Die Staatsanwaltschaft hingegen fordert die volle Ausschöpfung des Strafmaßes und eine Verurteilung zu lebenslanger Haft. „Wir wollen einen Freispruch, die Anklage verlangt lebenslange Haft: Es ist ein heftiger, harter und gewaltsamer juristischer Zusammenprall“, sagte Ghirga der Nachrichtenagentur AP in einem Interview am Dienstag.

( dapd/cc )