Ehepaar getötet

Berliner wegen Doppelmordes angeklagt

Drei Tage lang hielt laut Anklage ein 41-Jähriger aus Berlin eine Familie in Rheinland-Pfalz als Geiseln. Den Vater tötete er, die Mutter wurde vergewaltigt und ermordet. Nur die Kinder konnten fliehen. Jetzt soll dem Mann der Prozess gemacht werden.

Ein 41-jähriger Berliner wartet derzeit in einer Haftanstalt in Koblenz (Rheinland-Pfalz) auf seinen Prozess wegen eines besonders abscheulichen Verbrechens. Die dortige Staatsanwaltschaft hat gegen den Mann Anklage wegen Doppelmordes, Vergewaltigung und schwerer Brandstiftung erhoben. Das teilte ein Behördensprecher am Mittwoch mit. Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat mit dem Motiv Eifersucht aus, der Berliner hat die Vorwürfe in einer ersten Vernehmung bestritten und schweigt seither.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft drang der 41-Jährige am 16. Dezember 2010 in das Haus der Familie K. in Dietz, einer Kleinstadt südöstlich von Koblenz, ein. Dort habe er das Ehepaar Gerhard und DeniseK. mit einer Schrotflinte bedroht und dem 58 Jahre alten Ehemann eine Chemikalie eingeflößt, bevor er ihn fesselte und knebelte, heißt es in der Anklage. Danach soll er mit der ebenfalls gefesselten 41 Jahre alten Ehefrau auf die Rückkehr der beiden 13- und 14-jährigen Söhne gewartet haben, die er nach ihrer Ankunft ebenfalls überwältigte und fesselte. In den folgenden Tagen soll er Denise K. mehrfach vergewaltigt haben. Bevor er am 19. Dezember das Haus wieder verließ, soll er auch Denise K. und ihren Söhnen die Chemikalie verabreicht und anschließend an mehreren Stellen im Haus Feuer gelegt haben.

Trotz der Betäubung wurden die Söhne durch den Rauchmelderalarm wach und konnten sich ins Freie retten. Ihre Mutter dagegen starb an den Folgen einer Rauchgasvergiftung. Der Vater war bereits zuvor qualvoll gestorben, erstickt durch die Knebelung und zudem vergiftet durch die ihm eingeflößten Chemikalien.

Der mutmaßliche Täter konnte noch in Tatortnähe gestellt werden. Er saß im Auto der Familie, bei ihm befand sich das Schrotgewehr. Der Berliner und das Opfer Denise K. sollen sich kurz vor der Tat bei einer Ausbildung kennengelernt haben. Ob es zu einer Beziehung kam, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft Koblenz geht davon aus, dass der 41-Jährige in das Haus der Familie eindrang, um Denise K. zu überreden, ihren Mann zu verlassen.