Massenpanik

Zahl der Loveparade-Opfer steigt auf 21

Die Zahl der Todesopfer nach der Massenpanik bei der Duisburger Loveparade hat sich auf 21 erhöht.

In der Nacht zum Mittwoch ist eine 25 Jahre alte Frau aus Heiligenhaus bei Essen im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, die sie sich auf der Loveparade in Duisburg zugezogen hat, sagte der Duisburger Staatsanwalt Rolf Haverkamp. Die genaue Todesursache werde untersucht. Die übrigen 20 Opfer waren nach Behördenangaben infolge massiver Brustquetschungen erstickt. Anhaltspunkte für Stürze aus großer Höhe als Todesursache hätten sich nicht finden lassen, hieß es. Der Leiter des Krisenstabes, Wolfgang Rabe, hatte am Wochenende dagegen erklärt, zahlreiche Opfer seien gestorben oder hätten sich verletzt als sie versuchten, am Ende des etwa 20 Meter breiten und gut 200 Meter langen Tunnels über Zäune und Mauern auf das Veranstaltungsgelände zu klettern, um der Enge im Zugangsbereich zu entkommen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Im Rahmen dessen wurden unter anderem Planungs- und Genehmigungsunterlagen bei der Stadt Duisburg und bei dem Veranstalter der Loveparade sichergestellt.

So hätten sich die Besucher nach Betreten des Festivalgeländes nicht wie vom Veranstalter erwartet schnell von der Rampe entfernt und auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofes verteilt. Vielmehr sei es im Eingangsbereich zu einem Stau gekommen, der den Druck auf die nachströmenden Gäste weitergegeben habe.Innenminister Ralf Jäger (SPD) und der Inspekteur der nordrhein-westfälischen Polizei Dieter Wehe werden am Nachmittag den bisherigen Stand der Ermittlungen des Innenministeriums zur Loveparade auf einer Pressekonferenz bekannt geben und die entscheidende Phase bis zur tödlichen Eskalation rekonstruieren. Schaller hatte Vorwürfe gegen sich am Dienstag zurückgewiesen und seinerseits der Polizei schwere Vorwürfe gemacht.

( dpa/Reuters/gr )