Kein Ausstellungsstück

Sigmar Gabriel soll Knuts Ausstopfung verhindern

Nach dem Willen des Berliner Zoos soll der weltweit beliebte Eisbär ausgestopft und im Naturkundemuseum ausgestellt werden. Dagegen gibt es heftige Proteste. Jetzt soll Knut-Pate Sigmar Gabriel dem Eisbären auf den Tierfriedhof helfen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Der Zoo hält trotz heftiger Kritik daran fest, die Eisbär-Hülle ausstopfen zu lassen und im Naturkundemuseum auszustellen. „Die Entscheidung ist gefallen“, sagte eine Sprecherin des Berliner Zoos. Daran würden auch Protestaktionen wie die für Samstag (2. April) vor dem Löwentor des Zoos angekündigte Demonstration gegen das Ausstopfen nichts ändern. Die Vorwürfe der Tierrechtsorganisation PETA, der Zoo wolle den toten Knut lediglich vermarkten, nannte die Sprecherin „haltlos“.

Derweil äußerte die Grünen-Tierschutzexpertin Claudia Hämmerling Verständnis für die Proteste von Knut-Freunden gegen das Ausstopfen. „Ich mag ausgestopfte Tiere auch nicht“, sagte sie. Die Anhänger dieses besonderen Bären bräuchten keinen staubigen Bärenpelz im Museum, fügte sie hinzu.

Stattdessen plädiert die Politikerin für eine Beerdigung von Knut auf einem Tierfriedhof, „so wie es viele Menschen auch mit ihren Haustieren machen“. Sie verstehe nicht, warum sich die Zooleitung in dieser Frage derart mit den Tierfreunden anlege. Als Erinnerung an Knut hält Hämmerling eine kleine Skulptur für angemessen.

Forderungen nach einem Begräbnis der Überreste des weltweit beliebten Eisbären wies die Zoo-Sprecherin zurück. „Alles, was nicht für die Ausstopfung benötigt wird, muss laut Gesetz in der Tierkörperbeseitigungsanstalt vernichtet werden“, sagte sie. Es soll zum Andenken an Knut aber eine Bronzestatue auf dem Zoogelände geben.

Viele Fans gegen Ausstopfen

Derweil hatten Knut-Freunde am Wochenende in einer Zeitungsanzeige beklagt, dass Knut „kaum Spielsachen“ gelassen worden seien und er von der Zooleitung „nur verwahrt“ worden sei. Er hätte das Leben eines „Polarprinzen verdient“, sei aber mit der „billigsten Lösung abgespeist worden“.

Biopsychologe Peter Walschburger von der Freien Universität (FU) Berlin kann ebenfalls verstehen, dass viele Fans nicht wollen, dass ihr Idol ausgestopft wird. „Wer sich gar nicht richtig trennen kann von dem Bären-Star, dem scheint vielleicht eine Existenz in der Ecke eines Museums als zu wenig für Knut.“

Auch könne der Anblick eines ausgestopften Bären dessen Tod auch noch viel realistischer und schmerzhafter machen. Knuts Bedeutung habe in Aspekten seines Lebens bestanden. Walschburger kann sich indes vorstellen, Bilder von dem noch kleinen Knut zu einem „animierten Logo des RBB“ zu machen. Es gebe da frühere erfolgreiche Vorläufer, beispielsweise das Walross Antje des NDR.

Unterdessen erhoffen sich die Protestierenden Hilfe von Knuts Paten, dem SPD-Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel. „So viele Menschen sind gegen das Ausstopfen von Knut, und sie werden alle nicht angehört. Bitte helfen Sie uns und Knut, als Patenonkel etwas gegen seine Ausstopfung zu unternehmen“, schreibt etwa Facebook-Nutzerin Nicole dem SPD-Politiker in einer öffentlichen Nachricht. Gabriel, damals noch Bundesumweltminister, hatte 2007 die Patenschaft über Knut übernommen.

Die Ergebnisse der Sektion des toten Eisbären Knut sollen am Donnerstagmittag bekannt gegeben werden.