Überraschende Geburt

20-Jährige bringt Kind auf Containerschiff zur Welt

Es ist die erste Geburt eines Kindes auf einem Containerschiff – andere Fälle sind jedenfalls nicht bekannt: Eine Offiziersassistentin aus Sachsen hat auf einem Hamburger Containerschiff vor der Küste Brasiliens überraschend eine Tochter geboren. Die 20-jährige soll die Schwangerschaft nicht bemerkt haben.

Foto: dpa

Eine junge Offiziersassistentin hat auf einem Hamburger Containerschiff vor der Küste Brasiliens überraschend eine Tochter geboren. Mutter und Kind erfreuen sich in einem Krankenhaus in der Küstenstadt Rio Grande guter Gesundheit, teilte die Reederei Leonhardt & Blumberg in Hamburg mit.

Noch in dieser Woche soll die Mutter, die aus Borna in Sachsen stammt, mit dem Kind nach Deutschland zurückkehren. Sie hatte vor rund einem Jahr ihre Ausbildung begonnen und arbeitete seit zwei Monaten an Bord des Containerschiffs.

Nach den Berichten der Reederei und der Zeitungen in Rio Grande wussten weder der Kapitän noch die 20-jährige Mutter von der Schwangerschaft. Am späten Mittwochabend meldete sich die Frau beim Kapitän der MS „Maruba Simmons“, André Kurze, weil die Wehen einsetzten.

Der 43-jährige Kapitän, der seit 13 Jahre für die Reederei Leonhardt & Blumberg arbeitet, half bei der Geburt so gut er konnte und alarmierte einen Notarzt. Das Mädchen, das gegen ein Uhr geboren wurde, wiegt 3350 Gramm und ist 44 Zentimeter groß. Per Helikopter wurden Ärzte auf das Schiff gebracht, das 50 Kilometer vor der Küste auf Reede lag und auf seine Abfertigung im Hafen Rio Grande wartete.

Weil die Mutter aber nicht per Helikopter transportfähig war, steuerte das Schiff den Hafen an und durfte mit einer Sondererlaubnis anlegen, um Mutter und Kind von Bord zu lassen. Sie wurden zunächst in ein Hospital eingeliefert.

Bei der Reederei mischen sich Erleichterung und Ärger. „Wir sind froh und glücklich, dass alles gut gegangen ist“, sagte ein Sprecher und die Reederei gratulierte ihrer Mitarbeiterin zur Geburt. Allerdings: „Wenn wir gewusst hätten, dass die Frau schwanger ist, wäre sie nicht an Bord gewesen.“ Das sei schon aus Sicherheitsgründen absolut ausgeschlossen. Es sei ein glücklicher Zufall gewesen, dass sich das Schiff gerade in Hafennähe aufgehalten habe und nicht auf hoher See.

Möglicherweise handelt es sich um die erste Geburt eines Kindes auf einem Containerschiff; andere Fälle sind jedenfalls nicht bekannt. Das 243 Meter lange Containerschiff „Maruba Simmons“ fährt unter deutscher Flagge und hieß früher „Hansa Africa“. Es kann 3424 Standardcontainer (TEU) transportieren. Mittlerweile hat das Schiff seine Ladung in Rio Grande gelöscht beziehungsweise neue Container aufgenommen und ist unterwegs zum nächsten Häfen.

In Brasilien müssen Containerschiffe oft längere Wartezeiten vor Häfen in Kauf nehmen. Die Reederei Leonhardt&Blumberg wurde bekannt als Eignerin der „Hansa Stavanger“, die im Frühjahr und Sommer monatelang in der Hand somalischer Piraten war.

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