Partnerschaft

Wenn Dauersex mit dem Ehemann zur Hölle wird

Die zutiefst religiöse Charla Muller hatte ihrem Mann zum 40. Geburtstag ein besonders Geschenk gemacht: Kein Tag ohne Sex! Jetzt berichtet die Autorin über ihre desaströsen Erfahrungen mit dem Dauersex. Denn am Ende halfen auch echte Zuneigung und tiefe Gespräche nicht über die Sexroutine hinweg.

Was ist die Hölle auf Erden? Jeden Tag mit dem eigenen Mann ins Bett zu müssen, schreibt Charla Muller, 41, die sich mit ihrem Buch „356 nights“ eben auf die US-Bestsellerliste katapultierte. Die zutiefst religiöse Autorin hatte ihrem Mann zum 40. Geburtstag ein besonders liebevoll gedachtes Geschenk gemacht: Kein Tag ohne Sex! Gegen die Bettroutine setzte sie die Bettpflicht, was aber zu ähnlich desaströsen Resultaten führte, wie das Online-Magazin fem.com berichtet.

Nach 26- bis 28-mal Sex pro Monat – und das zehn Monate hintereinander – ging den beiden im Schlafzimmer die Lust aus. Da nützten offenbar auch Rollenspiele wie „Charla folgt ihrem Mann auf Geschäftsreise“ nichts mehr. Auch echte Zuneigung, gegenseitiges Verständnis und tiefe Gespräche über Liebe halfen am Ende nicht über die neu-alte Sexroutine hinweg.

In der „Verschmelzungsfalle“ verfangen sich eben auch Paare, für die sich wahre Partnerschaft nicht im Sex erschöpft. Im Rückblick auf ihr „Sexperiment“ schreibt die amerikanische Autorin denn auch von einer „dämlichen Idee“ und jammert über das „Kreuz“, das sie zu tragen hatte.

Wenn die guten Vorsätze nach Silvester verpuffen

An Silvester knallen nicht nur die Sektkorken, es werden auch viele gute Vorsätze gefasst. Alle Jahre wieder – das moralische Ritual ist nicht totzukriegen. Doch der euphorische Vorausblick schließt den illusionslosen Rückblick mit ein. Wir spüren den quälenden Widerspruch zwischen dem, was wir sein wollen, und dem, was wir sind.

Besonders in der Partnerschaft wird dieser Konflikt überdeutlich, denn nirgendwo sonst werden die an uns gerichteten Forderungen so schonungslos in Stellung gebracht wie hier. Was am Partner besonders nervt, hat jetzt eine Umfrage der GfK Marktforschung ans Licht gebracht. Die unbeliebteste Eigenschaft ist demnach Sturheit, dann folgen Rechthaberei, Kleinlichkeit, Unentschlossenheit und Eifersucht. Frauen finden besonders die männliche Verschlossenheit verdrießlich, Männer dagegen fürchten sich vor nichts mehr als der Redseligkeit ihrer Partnerin.

Ist es da verwunderlich, dass bei einer aktuellen Umfrage der Wellnessagentur Beauty24 über die häufigsten Vorsätze der Wunsch ganz oben rangiert, dem Partner künftig mehr Zuwendung entgegenzubringen? Einziges Dilemma: Mehr als ein Drittel der Befragten räumte ein, den eigenen Vorsätzen schon bald nach Silvester wieder untreu zu werden.

Auch allein kann man ganz schön glücklich sein

Ein Single ist per definitionem allein. Nicht unbedingt einsam, aber allein. Was vielen dabei aber mehr zu schaffen macht als das Alleinsein an sich, ist die Art und Weise, wie man als Single gesehen wird. Wie jemand nämlich, der keinen abgekriegt hat. Wie jemand, mit dem es keiner lange aushält.

Doch die Zeit der Stigmatisierung ist offensichtlich vorbei. Bei rund zwölf Millionen Singles in Deutschland ist man als Alleinstehender in bester Gesellschaft. Laut einer Studie der Universität Heidelberg sind Singles mit ihrer Autonomie und ihrem sozialen Netzwerk äußerst zufrieden. Je mehr Singles es gibt, desto weniger Anpassungsdruck gibt es. Man müsse sich heute nicht mehr rechtfertigen, wenn man alleine sei, so der Heidelberger Psychologieprofessor Hans-Werner Wahl.

Frauen fällt es laut der Studie sogar etwas leichter als Männern, das Fehlen einer eigenen Familie mit Freundschaften zu kompensieren. Das gute Arrangement mit den Lebensumständen steht laut Professor Wahl allerdings im Widerspruch zu den heimlichen Sehnsüchten der Singles: 88 Prozent der Singlemänner und 89 Prozent der Singlefrauen träumen weiter von einem Partner, 90 Prozent der Alleinstehenden vermissen Sex und Zärtlichkeit.