"Playboy"-Gründer

Hefner verrät, wie er seine Hasen auseinanderhält

| Lesedauer: 10 Minuten
Philip Jessen

"Playboy"-Gründer Hugh Hefner wurde vergangenes Jahr von seiner großen Liebe verlassen. Jetzt hat er neue Freundinnen – Zwillinge, die kaum zu unterscheiden sind. Mit Morgenpost Online spricht er über Pamela Anderson, Angela Merkel und erklärt, warum er sich ein Grab neben Marilyn Monroe gekauft hat.

Morgenpost Online: Herr Hefner, worüber wollen wir sprechen – über Geld oder Liebe?

Hugh Hefner: Die Liebe. Sie ist das Einzige auf der Welt, das von echtem Wert ist.

Morgenpost Online: Liebend gern. Sie sind der Hausherr der sagenumwogenden „Playboy Mansion“, dem Epizentrum erotischer Männer-Phantasien. Sie sind täglich von Hunderten Playboy-Häschen umgeben, die sofort in ihr Bett hoppeln würden. Sex ist also kein Problem. Aber wann waren Sie das letzte Mal so verliebt, dass Sie an nichts anderes denken konnten als an dieses eine Mädchen?

Hefner: Die letzte Frau, die ich mehr geliebt habe als alles andere, war Holly. Ich würde sogar sagen, dass sie die Eine, meine ganz große Liebe war. Leider hat sie mich voriges Jahr verlassen.

Morgenpost Online: Wieso hat sich Holly von Ihnen getrennt?

Hefner: Ich könnte mir jetzt irgendeine Ausrede einfallen lassen. Erzählen, das wir uns ‚auseinander gelebt' haben, was immer das auch genau heißen mag. Aber das wäre plump gelogen. Die Wahrheit ist, dass Holly heiraten und Kinder kriegen wollte. Eine weitere Hochzeit kam für mich aber nicht in Frage. Ich habe es zweimal probiert. Nicht einmal hat es geklappt. Ehe und Liebe haben meiner Meinung nach rein gar nichts miteinander zu tun. Um sie glücklich zu machen und nicht zu verlieren, wollte ich ihren größten Wunsch erfüllen: ein Baby. Zu meiner und ihrer Enttäuschung hat das leider nicht funktioniert – aus medizinischen Gründen. Kein Wunder, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Deshalb ist sie gegangen.

Morgenpost Online: Sie wollten mit 82 Jahren noch einmal Vater werden?

Hefner: Nur für sie. Nicht für mich.

Morgenpost Online: Vermissen Sie Holly?

Hefner: Natürlich. Das was ich an Holly am meisten geliebt habe war, dass sie mich so sehr geliebt hat. Darum ist es für mich immer noch verwirrend, dass diese Liebe nicht mehr da ist. Es niemanden mehr gibt, der mich so liebt, wie sie es getan hat.

Morgenpost Online: Sie war zwischenzeitlich mit dem schwer tätowierten Las-Vegas-Magier und Britney Spears Ex-Liebhaber Chris Angel liiert. Kennen Sie das Gefühl Eifersucht? Oder war es Ihnen egal, wenn Sie Paparazzifotos sahen, auf denen dieser unangenehme Typ Ihrer großen Liebe die Zunge in den Mund rammte?

Hefner: Ich bin ein eifersüchtiger Mensch. Ob man es glaubt oder nicht. Was die Sache mit Chris Angel angeht...Ich liebe und vermisse die Holly, die es einmal gab. Nicht die Person, die aus ihr geworden ist.

Morgenpost Online: Sie sollen schon neue Freundinnen haben, ein 19-jähriges, blondes, großbusiges Zwillingspärchen...

Hefner: Das ist richtig. Karissa und Kristina sind großartig. Vielleicht mache ich sie zu meinen Dauerfreundinnen. Mal sehen. Nach dem Ende meiner ersten Ehe war ich übrigens schon einmal mit Zwillingen zusammen. Die hießen Sandy und Mandy Bentley. Ich habe also schon Erfahrungen damit...

Morgenpost Online: ...auch wie man Zwillinge auseinander halten kann?

Hefner: Das versuche ich gar nicht erst. Die einzige Möglichkeit die Beiden optisch zu unterscheiden, ist ein Muttermal an einer sehr intimen Körperstelle. Aber ich sehe sie auch nicht als zwei Individuen, sondern als Einheit – die doppelt Spaß macht!

Morgenpost Online: Normale Menschen gehen in Clubs oder Bars. Verzweifelte suchen Online nach der großen Liebe. Wie lernt Hugh Hefner Frauen kennen?

Hefner: Das ist unterschiedlich. Manche Mädchen schreiben mir – übrigens besonders viele aus Deutschland. Andere lerne ich auf meinen Partys kennen. Die Zwillinge hat mir aber Holly vorgestellt.

Morgenpost Online: Wie bitte? Ihre Ex hat Sie mit Ihren neuen Freundinnen verkuppelt?

Hefner: Wenn Sie so wollen: Ja. Holly wollte mich wohl nicht alleine und einsam zurücklassen. Darum ließ sie die Zwillinge einfliegen und organisierte ein Dinner-Date mit mir. Am Ende des Abends meinte Holly: "Hugh, ich glaube die beiden mögen dich und wollen deine festen Freundinnen werden." In diesem Moment wusste ich, dass Holly mich verlassen wird.

Morgenpost Online: Sie haben Pamela Anderson zu einer amerikanischen Pin-up-Ikone gemacht. Niemand war öfter auf dem Playboy-Cover als sie. In Interviews schwärmt sie von Ihnen wie ein verknallter Backfisch. Sie ist blond und gut gebaut – also genau Ihr Typ. Warum machen Sie Frau Anderson nicht zu Ihrer Freundin, wären sie nicht das perfekte Paar?

Hefner: Darüber haben Pam und ich schon oft gesprochen. Aber in der Liebe geht es nicht nur um charakterliche Kompatibilität und Gefühl, sondern auch um das richtige Timing. Und das war uns – leider– nie vergönnt: Immer wenn ich in einer festen Bindung war, hatte sie niemanden. Und wenn ich auf der Suche war, steckte sie im Rock'n'Roll fest (Hefner meint damit Andersons Ex-Mann, den Musiker Tommy Lee, .d. Red.) oder besser gesagt: Der Rock'n'Roll steckte in ihr... Heute sind wir die besten Freunde. Auf meiner letzten Geburtstagsparty hat sie mich mit einem privaten Striptease überrascht.

Morgenpost Online: War das ein besseres Präsent als das Viagra-Rezept, dass Ihnen ein Freund zu Ihrem 72. Geburtstag überreicht hat?

Hefner: Auch ein sensationelles Geschenk, für das ich noch heute, besonders nach Sonnenuntergang, überaus dankbar bin – aber mit einer splitterfasernackten Pamela Anderson ist es nicht zu vergleichen.

Morgenpost Online: Liebe und Betrug sind nur durch eine dünne Demarkationslinie getrennt. Können Sie – dem die schönsten Evas der Welt jeden Tag Äpfel der Sünde anbieten – einer Frau ewig treu sein?

Hefner: Absolut. Bei der richtigen Frau kann jeder Mann treu sein.

Morgenpost Online: Sind Sie schon einmal betrogen worden?

Hefner: Ja. Von meiner Jugendliebe. Ich war zu der Zeit auf dem College. Wir hatten gerade angefangen, miteinander zu schlafen. Für mich war es das erste Mal. Wir wollten in einer paar Monaten heiraten. Dann hat sie aber eine Aushilfsstelle als Lehrerin an einer Schule angenommen – und mit einem Kollegen eine Affäre gehabt. Danach lag auf unserer Beziehung so etwas wie ein Fluch. Nichts war mehr wie vorher. Ich habe sie unfassbar geliebt. Diesen Schmerz, als ich davon erfahren habe, werde ich nie vergessen können.

Morgenpost Online: Hat diese Erfahrung Ihr Verhältnis zu Frauen geprägt?

Hefner: Ich glaube schon. Manchmal denke ich, dass ich nicht nur so viele Freundinnen gleichzeitig habe, weil es Spaß macht, sondern auch, weil es mich vor grausamen Schmerzen beschützt.

Morgenpost Online: Der heimlich am U-Bahn Kiosk gekaufte "Playboy" – angeblich für den älteren Bruder – war in der Vergangenheit für viele Jungs die erste und einzige Möglichkeit, eine nackte Frau zu sehen. Heute schauen sich bereits Zwölfjährige im Internet Pornos an, auf denen Frauen von Hengsten bestiegen werden. Erschreckt Sie diese Entwicklung?

Hefner: Sehr. Das Internet mit seinem frei zugänglichen Überangebot an Hardcore-Pornografie beraubt diese Kinder der Möglichkeit, sinnliche erste Erfahrungen zu machen und eine positive sexuelle Fantasie zu entwickeln. Ich finde das schrecklich. Mir tut die Jugend von heute unendlich leid.

Morgenpost Online: Liege ich mit der Vermutung richtig, dass Ihnen in Interviews die Frage: „Wie würde sich die prominente Frau XY auf dem ,Playboy'-Cover machen?“ am häufigsten gestellt wird?

Hefner: Treffer.

Morgenpost Online: Darf ich Sie trotzdem fragen?

Hefner: Nur zu.

Morgenpost Online: Wie würde sich ein Cover mit der Deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel verkaufen?

Hefner: Angela Merkel!? Das ist mal was Neues. Sonst fragen die Journalisten immer nach Angelina Jolie, Heidi Klum oder Scarlett Johansson. Frau Merkel würde in Deutschland ganz sicher alle Verkaufsrekorde brechen – und im Rest der Welt wie Blei in den Regalen liegen.

Morgenpost Online: Eine Frage, die ich immer stelle: Sind Sie in Ihren Träumen Hugh Hefner, der berühmte Playboy, oder ein ganz normaler Kerl?

Hefner: Wenn ich träume, bin ich ein ganz normaler Junge. Ich hätte aber nichts dagegen, auch dort berühmt zu sein.

Morgenpost Online: Stimmt es, dass Sie das Grab neben Marilyn Monroe gekauft haben?

Hefner: Ich habe durch Zufall davon erfahren, dass der Platz neben ihr frei geworden ist und natürlich sofort zugeschlagen. Wer will nicht bis in alle Ewigkeit neben Marilyn liegen?

Morgenpost Online: Wenn es dann so weit ist: Werden Sie die Monroe im Himmel um ein Date bitten, ganz groß ausführen und dann verführen?

Hefner: Darauf können Sie wetten!

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