Wettermoderator

Ist Jörg Kachelmann jetzt auch ein Ehemann?

Der Wettermoderator soll geheiratet haben. Beeinflusst das die Aussage von Viola S.? Sie ließ sich in Rio angeblich von Ronald Schill beraten.

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Der Prozess gegen Jörg Kachelmann war gerade mal eine Woche alt, da sah der berühmte amerikanische Gerichtsthriller-Autor John Grisham („Die Firma“, „Die Akte“) darin bereits Stoff für einen Roman, das sagte er jedenfalls im September 2010, als er in München ein Buch vorstellte.

Sollte er tatsächlich Interesse an einer Romanvorlage haben, Grisham könnte bei dem, was der Mannheimer Prozess an Material liefert, aus dem Vollen schöpfen. Selbst heute noch, mehr als ein Jahr nach der spektakulären Festnahme am Frankfurter Flughafen, beschert die Causa Kachelmann ständig neue, schier unglaublich klingende Entwicklungen.

Der neueste Clou: Jörg Kachelmann soll geheiratet haben, und zwar eines seiner „Lausemädchen“. Mit diesem Kosenamen soll Kachelmann seine Freundinnen bezeichnet haben, sagte eine der zahlreichen Ex-Geliebten der Presse.

„Spiegel online“ berichtet, ohne allerdings Quellen oder Namen zu nennen, der Wettermann habe am Wochenende des 19. und 20. März zum zweiten Mal den Bund der Ehe geschlossen.

Medienanwalt Ralf Höcker hat zwar dementiert – doch er bestritt, wenn man genauer hinhört, nur den behaupteten Zeitpunkt. „Herr Kachelmann hat nicht am Wochenende geheiratet“, sagte Höcker. Ob denn eine Eheschließung stattgefunden habe, nur an einem anderen Tag? Darüber wolle er sich nicht äußern, so Höcker.

Schon vor der Meldung war im Gerichtssaal spekuliert worden, was es denn nun mit dem goldenen Ring auf sich habe, den Kachelmann neuerdings an der linken Hand trägt. Sogar Richter Michael Seidling fragte ganz direkt bei seinem Angeklagten nach – ein Novum in diesem Prozess.

Von der Anklageerhebung und der Feststellung der Personalien abgesehen, wurde bisher noch nie das Wort an Kachelmann gerichtet, zumindest nicht in öffentlicher Verhandlung. Auf die Frage, ob er denn etwas zu seinem Ring sagen wolle, antwortete Kachelmann nicht. Bevor er auch nur den Mund öffnen konnte, hatte sein Anwalt Johann Schwenn schon „Nein“ gerufen – und damit war die Sache erledigt.

Vorerst. Nun aber schießen, wie immer im Fall Kachelmann, die Spekulationen und Gerüchte ins Kraut. Es heißt, Kachelmann sei in die Schweiz umgezogen, er wohne neuerdings in dem wunderschönen Örtchen Wollerau am Zürichsee, und das womöglich in fester Beziehung. Das Dorf wirbt mit besonders günstigen Steuersätzen. Und die Frage ist, ob es sich bei der zweiten Frau Kachelmann, so es sie tatsächlich gibt, um jene hübsche Studentin handelt, die Kachelmann am 20. März 2010 am Frankfurter Flughafen abgeholt hatte.

Der Nebenklägerin Claudia D., die am Freitag zum letzten Mal aussagte und dabei wieder Tränen vergossen haben soll, muss die Nachricht jedenfalls bitter aufgestoßen sein. Auch die Ex-Geliebte Viola S., die für morgen erwartet wird, dürfte sich kaum mit dem jungen Paar freuen.

Denn jene Frau, die als „schöne Isabella“ noch vor Prozessbeginn auf dem Titel der „Bunten“ aufgetaucht war und über ihre Beziehung mit Kachelmann geklagt hatte, nannte damals nur einen Grund für ihre Offenbarungen: Sie wolle „andere Frauen vor ihm schützen“. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, hatte Viola S. auch ein weiteres Motiv: Sie bekam 50.000 Euro.

Darüber wird die Hamburgerin nun noch einmal vor Gericht Auskunft geben müssen – und wohl auch erklären müssen, wie es kam, dass sie das Honorar bei ihrer ersten Zeugenaussage verschwieg. Auch stellt sich erneut die Frage, ob Viola S. dem angeblichen Vergewaltigungsopfer Claudia D. Flugtickets zugespielt hat. Die Kanada-Flugtickets auf den Namen von Kachelmann und Viola S. hatten am angeblichen Tatabend zu Streit zwischen der Nebenklägerin und ihrem damaligen Geliebten geführt.

In der vergangenen Woche war die Projektmanagerin Viola S. nun auch noch mit „Richter Gnadenlos“ Ronald Schill in Rio de Janeiro gesichtet worden. Was sie mit dem einstigen Hamburger Innensenator verbindet, wollten die beiden nicht sagen, aber gemunkelt wurde sofort, der Jurist werde sie für ihren bevorstehenden Zeugenauftritt beraten. „Das kann ich nur wünschen“, spottete Kachelmanns Verteidiger Schwenn.