Fukushima

Radioaktives Wasser staut sich in vier Reaktoren

In vier der havarierten Reaktoren staut sich radioaktive versuchtes Kühlwasser. Jetzt soll es abgepumpt werden.

Foto: DigitalGlobe / DigitalGlobe/REUTERS

Die Betreiber des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima haben ihre eigenen Angaben über millionenfach erhöhte Strahlenwerte zurückgezogen. Die Messung sei falsch gewesen, erklärte ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco.

Vorher war gemeldet worden, in einem Reaktor des japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi läge die Strahlung zehn Millionen Mal höher als der Normalwert.

Arbeiter wollen unterdessen versuchen, aus vier der sechs Reaktorblöcke radioaktiv versuchtes Wasser abzupumpen. Tepco erklärte, es werde nach Möglichkeiten gesucht, das Wasser zu entfernen und sicher zu lagern oder zu entsorgen.

Kabinettssekretär Yukio Edano sagte im japanischen Fernsehen, das kontaminierte Wasser stamme "fast zweifellos“ aus einem Reaktorkern. Sollte tatsächlich der Kern betroffen sein, könnte die Radioaktivität in der Umgebung von Fukushima deutlich ansteigen. Die wahrscheinlichste Folge wäre eine Kontamination des Grundwassers.

Experten begannen am Sonntag damit, das aus den Reaktoren entweichende radioaktiv verseuchte Wasser abzupumpen. Eine Pumpe sei im Turbinengebäude hinter Reaktor 1 installiert worden, meldete Tepco. Angesichts der Wassermassen sollten im Tagesverlauf zudem zwei zusätzliche Pumpen eingesetzt werden, hieß es von der japanischen Atomaufsichtsbehörde.

Laut Tepco sollen die Arbeiten wegen der erhöhten Strahlenwerte aber zunächst nicht fortgesetzt werden. Es seien auch hohe Werte an Cäsium und anderen Substanzen festgestellt worden. Es sei daher wahrscheinlich, dass die Brennstäbe beschädigt worden seien.

Am Donnerstag waren bereits drei Arbeiter im Turbinengebäude von Reaktor 3 verstrahlt worden, nachdem sie durch radioaktiv verseuchtes Wasser gelaufen waren. Zwei von ihnen mussten mit Verbrennungen an den Füßen ins Krankenhaus gebracht werden.