Fukushima-Unglück

Radioaktives Jod aus Japan erreicht Deutschland

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima wurde in Deutschland erstmals Radioaktivität aus Japan nachgewiesen. Messstellen entdeckten winzige Spuren von Jod 131.

Erstmals sind in Deutschland radioaktive Partikel aus dem japanischen Unglücksreaktor in Fukushima nachgewiesen worden. Es handele sich aber nur um geringste Spuren, teilte das Bundesumweltministerium in Berlin mit. „Nach Einschätzung der Strahlenschutzkommission (SSK) sind diese Spuren an Radioaktivität für die Bevölkerung in Deutschland gesundheitlich unbedenklich“, hieß es weiter.

Konkret geht es nach Angaben des Ministeriums um ein fünftausendstel Becquerel Jod 131 pro Kubikmeter Luft. Die daraus resultierende Strahlendosis sei mehr als eine Million Mal niedriger als die Dosis, die ein Mensch durch die natürliche Strahlung pro Jahr erhält.

Entdeckt wurden die Partikel an Messstellen des Deutschen Wetterdienstes, des Bundesamtes für Strahlenschutz sowie der Physikalisch Technischen Bundesanstalt in Potsdam, Offenbach, Braunschweig und Schauinsland.

Das Bundesamt für Strahlenschutz erklärte, aufgrund der Zusammensetzung der gemessenen Stoffe könnten sie auf den Reaktorunfall in Japan zurückgeführt werden. Die Ausbreitung der radioaktiven Elemente werde weltweit überwacht.

Die radioaktiven Elemente Jod und teilweise Xenon seien zunächst in Stationen im Pazifik und dann an der Westküste der USA gemessen worden. Danach seien sie in Stationen an der Ostküste der USA, auf Island und in Schweden nachgewiesen worden. In Europa verbreiteten sie sich von Norden nach Süden, wie es weiter hieß.

Das Strahlenschutzamt erwartet, dass auch in den kommenden Wochen unterschiedliche radioaktive Partikel festgestellt werden könnten. Eine Gesundheitsgefährdung sei jedoch nicht zu befürchten.