Vergewaltigungsprozess

Ex-Freundin Kachelmanns bekräftigt ihre Tatversion

Im Prozess gegen Jörg Kachelmann ist erneut das mutmaßliche Opfer vernommen worden. Die 34-Jährige blieb beim Vorwurf der Vergewaltigung.

Im Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann ist das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer auch bei einer erneuten Vernehmung bei den Vorwürfen geblieben. Das teilte der Vorsitzende Richter des Landgerichts Mannheim, Michael Seidling, mit. Zuvor war die 38-jährige Radiomoderatorin unter Ausschluss der Öffentlichkeit rund zwei Stunden lang vernommen worden.

Die langjährige Freundin Kachelmanns hatte bereits im Oktober 2010 insgesamt 20 Stunden lang in Mannheim ausgesagt. Sie wurde am Freitag, dem 34. Verhandlungstag, erneut vernommen und mit den bisherigen Ergebnissen der Beweisaufnahme konfrontiert.

Eine inhaltliche Änderung ihrer Aussage ergab sich nicht. Sie wirft Kachelmann vor, sie nach einem Streit mit dem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-Jährige bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer Falschanschuldigung. Im Prozess schweigt er.

Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn hatte zunächst angekündigt, er wolle einen Teil der Befragung öffentlich durchführen. Überraschend hat er diesen Plan dann aber nicht weiter verfolgt.

Das Gericht habe darauf hingewiesen, dass bei Fragen immer wieder auf die von ihr geschilderte Tat zurückgegriffen werden müsse. Das hätte dann immer wieder zu neuen Ausschlüssen geführt. Die Bedenken der Strafkammer überzeugten die Verteidigung offensichtlich.

Im Prozess sollen auch die beiden Staatsanwälte aussagen. Verteidiger Schwenn will klären, ob sie unzutreffende Protokollnotizen vorlegten oder das angebliche Vergewaltigungsopfer zu Aussagen ermunterten.

Die Vernehmung der Anklagevertreter ist für den 31. März geplant. Zuvor soll die Zeugenvernehmung der Ex-Freundin abgeschlossen werden, die für ihre Titelgeschichte in der Zeitschrift „Bunte“ laut Schwenn 50.000 Euro erhalten hat.