Naturgewalt

Schweres Erdbeben der Stärke 7 in Birma

In Birma hat es ein schweres Erdbeben gegeben. Das Epizentrum lag im Nordosten des Landes an der Grenze zu Laos und Thailand.

Ein heftiges Erdbeben hat am Donnerstag Birma und Thailand erschüttert und mindestens einen Menschen getötet. Das Beben der Stärke 6,8 war nach Behördenangaben außer im Osten Birmas und in den angrenzenden thailändischen Gebieten auch in der 800 Kilometer vom Epizentrum entfernten thailändischen Hauptstadt Bangkok sowie in Vietnam zu spüren. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Im nordthailändischen Bezirk Mae Sai unweit der Grenze zu Birma sei eine 52-Jährige gestorben, als eine Mauer ihres Hauses eingestürzt sei, teilte die Polizei mit. Die Frau sei bislang das einzige bekannte Opfer des Erdbebens.

Die US-Erdbebenwarte (USGS) gab die Stärke des Bebens in nur etwa zehn Kilometern Tiefe zunächst mit 7,0 an und korrigierte die Angabe später auf 6,8 herunter. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht herausgegeben, da sich das Beben nach Einschätzung von Fachleuten tief genug im Landesinneren ereignete. Das Epizentrum lag laut USGS in den Bergen unweit der Grenze zu Thailand und Laos, etwa 90 Kilometer nördlich der thailändischen Stadt Chiang Rai und 235 Kilometer nordöstlich von Thailands zweitgrößter Stadt Chiang Mai entfernt.

Im birmanischen Bundesstaat Shan, der in der Nähe des Epizentrums liegt, liefen die Bewohner nach dem Beben auf die Straße. „Sie trauen sich nicht, nach Hause zurückzukehren“, sagte ein örtlicher Parlamentarier. Er schloss nicht aus, dass es Opfer gegeben habe. Ein Einwohner von Tachilek in Shan berichtete, die Behörden hätten die Bewohner aufgerufen, draußen zu bleiben.

Die Erschütterungen waren auch im 800 Kilometer südlich des Epizentrums gelegenen Bangkok, im birmanischen Regierungssitz Naypyidaw und in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi zu spüren. „Unsere Schreibtische wackelten ein bisschen“, sagte ein Behördenvertreter in Naypyidaw. Nun werde versucht, Informationen über das Ausmaß des Bebens zu sammeln.

Obwohl die Erschütterungen in Hanoi nur leicht waren und nur wenige Sekunden dauerten, flohen einige Menschen in Panik aus ihren Häusern. „Mein Mann sagte plötzlich, dass der Fisch wackelt. Dann lief das Wasser aus dem Aquarium“, erzählte die 36-jährige Nguyen Thi Hong Hanh, die in einem zehnstöckigen Hochhaus lebt. Alle Hausbewohner seien hinausgelaufen. Schäden wurden aus Vietnam zunächst nicht gemeldet.

Am 11. März hatte ein Beben der Stärke 9,0 den Nordosten Japans erschüttert und eine Tsunami-Welle ausgelöst, die ganze Städte an der Küste zerstörte. Am Tag zuvor hatte sich in China ein Erdbeben der Stärke 5,4 ereignet, das auch im benachbarten Birma zu spüren war. Während in China mindestens 24 Menschen starben, wurden aus dem autoritär regierten Birma jedoch keine Opfer gemeldet.