Tragischer Unfall

Ehepaar stirbt in brennendem Reetdachhaus

Erst holte er seine Enkelin aus einem brennenden Haus, dann wollte ein 63-Jähriger seine Frau retten. Doch die beiden entkamen nicht mehr den Flammen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Bei einem dramatischen Rettungsversuch ist ein Ehepaar in einem brennenden Reetdachhaus in Schaalby (Kreis Schleswig-Flensburg) ums Leben gekommen. Der 63 Jahre alte Ehemann hatte nach dem Ausbruch des Feuers in der Nacht zunächst seine Enkeltochter in Sicherheit gebracht, wie ein Sprecher der Leitstelle Nord berichtete.

Danach lief er in das Haus zurück, um auch seine Frau aus den Flammen zu retten. Die beiden Eheleute schafften es aber nicht mehr ins Freie. Das Reetdachhaus aus dem 18. Jahrhundert im Ortskern von Schaalby wurde bei dem Brand völlig zerstört. „Es ist bis auf den letzten Stein heruntergebrannt“, sagte der Sprecher.

Auch am folgenden Tag musste die Feuerwehr noch einzelne Glutnester löschen: „Das Strohdach glimmt die ganze Zeit vor sich hin.“ Die Ursache für das Feuer war zunächst völlig unklar. Die Kriminalpolizei ist eingeschaltet.

Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz

Von den beiden Bewohnern hatte zunächst jede Spur gefehlt; erst am Mittag entdeckten die Einsatzkräfte eine Leiche in der Brandruine. Gegen 16:00 Uhr wurde auch die zweite Person in der Brandruine gefunden. Rauchmelder hatten die Familie gegen 3.50 Uhr geweckt, wie der Sprecher berichtete. Die Enkelin, die das Pfeifen der Rauchmelder gehört hatte, alarmierte die Feuerwehr – und berichtete von dichtem Rauch in dem Haus.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, schlugen bereits Flammen aus dem Reetdach. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Rettungskräfte waren zunächst davon ausgegangen, dass die Großeltern und das Kind in dem brennenden Haus sind. Sie erfuhren dann aber, dass sich das Mädchen bereits in einem gegenüberliegenden Haus bei weiteren Familienangehörigen aufhielt. Wie alt das Kind ist, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Warum es der Ehefrau nicht alleine gelang, das Haus zu verlassen, blieb ebenfalls unklar.

„Der Mann hätte sonst eine reelle Chance gehabt zu überleben“, sagte der Sprecher. Die Feuerwehr konzentrierte sich schnell auf den Schutz der umliegenden Gebäude. Nur etwa zwei Meter neben dem Brandort stehe eine Speditionshalle – vermutlich eine Fahrzeug- oder Gerätehalle -, in der Nähe gebe es zudem weitere reetgedeckte Häuser, berichtete der Sprecher. Die Einsatzkräfte konnten aber verhindern, dass die Flammen auf angrenzende Gebäude übergreifen.