Sat.1-Film mit Veronica Ferres

Mutter von Marco Weiss erzählt, wie es wirklich war

Nicht ohne meinen Sohn: Sat.1 hat den Fall Marco Weiss mit Veronica Ferres als Mutter verfilmt. Jetzt erzählt Martina Weiss, wie es wirklich war.

Marco Weiss wird immer noch von seinen Erinnerungen an die Untersuchungshaft in der Türkei verfolgt. Bei der Premiere des Sat.1-Films "Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis" im Münchner Filmmuseum sagte der 21-Jährige: "Die Erinnerungen an diese furchtbare Zeit in der Türkei werden mich, glaube ich, mein Leben lang begleiten. Es ist nicht leicht, wieder Fuß zu fassen, wenn man so viel erlebt hat."

Das Schlimmste sei für ihn gewesen, dass er seine Eltern nicht mehr um sich gehabt habe und nicht jeden Tag nachfragen konnte, ob mit seinem schwer an Leukämie erkrankten Vater alles in Ordnung war, sagte Weiss, der wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen verurteilt worden war.

Der junge Mann aus dem niedersächsischen Uelzen war im September 2009 in Antalya zu einer Haftstrafe von zwei Jahren, zwei Monaten und 20 Tagen auf Bewährung verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er 2007 während eines Türkeiurlaubs eine 13-jährige Britin sexuell missbraucht. Weiss hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Im Nachhinein habe diese Erfahrung die Familie noch mehr zusammengeschweißt. "Wir passen heute noch mehr aufeinander auf. Ich habe gelernt, das Leben mehr zu schätzen, denn es kann von einer Sekunde auf die andere eine Wendung nehmen, die nicht unbedingt positiv ist", sagte Weiss. "Ich lebe bewusster, weiß Kleinigkeiten mehr zu schätzen. Natürlich ist es durch diese Erfahrung schwieriger geworden, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen." Er wolle seine "Ausbildung im Rettungsdienst ordentlich abzuschließen und ganz normal ins Leben zurückfinden", sagte er.

Der Film wird am 22. März (20.15 Uhr) ausgestrahlt. Veronica Ferres spielt die Mutter von Weiss.