Minutenprotokoll

In Tokio wird der elektrische Strom rationiert

Erdbeben und Tsunami haben eine Spur der Verwüstung durch Japan gezogen. Verfolgen Sie die Entwicklungen in unserem Liveticker.

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Bei dem schwersten Erdbeben in der Geschichte Japans und dem dadurch ausgelösten Tsunami sind womöglich mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

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15.55 Uhr: Außenminister Guido Westerwelle tritt vor die Presse und spricht über die Deutschen in Japan. Noch sei unklar, ob auch Deutsche bei dem schweren Erdbeben zu Schaden gekommen seien. Es gebe derzeit noch keinen Kontakt zu etwa der Hälfte der rund 100 Deutschen aus der betroffenen Region.

14.55 Uhr Die Nachrichtenagentur AFP meldet, japanische Behörden hätten den nuklearen Notstand in einem weiteren Atomkraftwerk ausgerufen. Für das Kraftwerk Onagawa sei wegen überhöhter Werte von Radioaktivität die niedrigste Notstandsstufe erklärt worden, habe die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mitgeteilt. Der betroffene Meiler hatte unmittelbar nach dem Beben gebrannt, das Feuer im Turbinenhaus konnte gelöscht werden.

14.22 Uhr: Ein Sprecher des Kraftwerkeherstellers Areva NP GmbH sagt, zehn deutsche Mitarbeiter eines Kernkraftwerksherstellers seien während des Erdbebens auf dem Gelände des Atomkraftwerks Fukushima in Japan gewesen. „Wir hatten Kontakt mit den Mitarbeitern. Sie sind alle wohlauf und gesund."

14.10 Uhr: Das Wetter scheint auch zu Beginn der neuen Woche auf der Seite Japans zu stehen: Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, zieht der Wind weiterhin aufs offene Meer hinaus und treibt die radioaktiv verseuchte Luft weg von den Menschen. „Es gibt allerdings ein Problem in Form von aufziehenden Tiefdruckgebieten“, warnt Meteorologe Christoph Hartmann. „Dadurch könne der Wind vorübergehend drehen, auch in Richtung Tokio.“

13.44 Uhr: In der Hauptstadt Tokio wird die Elektrizität rationiert. Dabei werde es vorübergehend zu vollständigen Stromausfällen kommen, wie das Versorgungsunternehmen der Stadt am Sonntag mitteilt. Ab Montag werde auch in anderen Städten des Landes der Strom zeitweise abgestellt.

13.34 Uhr : Japan bereitet sich auf ein weiteres schweres Beben vor. Es gebe eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent, dass das Land in den kommenden drei Tagen von einem Erdbeben der Stärke „sieben oder mehr“ erschüttert werde, sagt Takashi Yokota von der Wetterbehörde. Ein solches Beben könnte erneut Gebäude zerstören und einen Tsunami auslösen.

12.20 Uhr: Japan drohen wegen der Schäden an Atomanlagen im Nordosten des Landes massive Engpässe in der Stromversorgung. Um große Blackouts zu vermeiden, planen die Stromkonzerne, Energie zu rationieren. Die Maßnahme müsse wohl mehrere Wochen angewendet werden, sagen Regierungsbeamte.

12.09 Uhr: Die japanische Polizei bestätigt, dass die Opferzahl des Erdbebens 1000 Personen überschritten habe. Der Polizeichef der schwer betroffenen Präfektur Miyagi hatt zuvor gesagt, er befürchte 10.000 Opfer allein in Miyagi.

11.56 Uhr – Japans Ministerpräsident Naoto Kan bezeichnet die Erdbebenkatastrophe als größte Krise des Landes seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Probleme in den japanischen Atomanlagen unterschieden sich aber grundlegend von der Katastrophe im ukrainischen Tschernobyl, wo vor 25 Jahren das Atomkraftwerk explodierte.

10.20 Uhr: Regierungs- und Oppositionsparteien in Japan kündigen an, über vorübergehende Steuererhöhungen zur Bewältigung der Folgen des Bebens beraten zu wollen.

10.17 Uhr: Das Dach seines Hauses hat einen 60-jährigen Japaner gerettet. Zwei Tage lang trieb Hiromitsu Shinkawa auf dem Trümmerteil des Dachs vor der Küste der Provinz Fukushima im Meer, nachdem der Tsunami seinen Heimatort Minamisoma überrollt hatte. „Ich bin weggelaufen, als ich gehört habe, dass der Tsunami kommt“, sagt Shinkawa laut Jiji seinen Rettern. „Aber ich bin umgekehrt, um von zu Hause etwas zu holen, dann wurde ich davongespült.“

10.03 Uhr: Australien verlangt von Japan volle Aufklärung über die Bedrohung, die von dem beschädigten Atomkraftwerk ausgeht. Er habe bereits mit seinem japanischen Kollegen Takeaki Matsumoto telefoniert, sagt Außenminister Kevin Rudd. „Wir und alle anderen Länder brauchen dringend weitere Informationen über den genauen Status dieser Reaktoren.“

08.45 Uhr: Der Chef der Provinzpolizei von Miyagi, Naoto Takeuchi, wird mit den Worten zitiert, er habe „keinen Zweifel“, dass die Zahl der Toten bis auf über 10.000 allein in Miyagi steigen werde.

08.15 Uhr: In der japanischen Katastrophenregion Miyagi hat es möglicherweise 10 000 Tote gegeben. Das berichtet der Fernsehsender NHK unter Berufung auf die örtliche Polizei.

07.55 Uhr: Ein japanischer Regierungssprecher warnt vor einer möglichen Explosion in Fukushima: „Wir können nicht ausschließen, dass sich im Bereich des Reaktors 3 wegen einer möglichen Ansammlung von Wasserstoff eine Explosion ereignen könnte.“

07.44 Uhr: Laut Kyodo sind an den Küsten der Provinzen Miyagi und Iwate mehr als 600 Leichen gefunden worden. Jetzt gehen die Behörden von mehr als 2000 Toten aus.

07.30 Uhr: In der nordöstlichen japanischen Provinz Miyagi messen Atomexperten eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tohoku.

07.14 Uhr: Die japanische Polizei findet nach eigenen Angaben in dem von dem Erdbeben und dem Tsunami betroffenen Küstenstreifen im Norden des Landes weitere 200 Tote. Die Behörden gehen offiziell von mehr als Tausend Toten aus, fast 10.000 Menschen gelten noch als vermisst.

06.44 Uhr: Die Stärke des Erdbebens vom Freitag wird von den örtlichen Behörden auf 9.0 nach oben korrigiert. Es ist das stärkste Beben, das seit Beginn der Messungen Ende des 19. Jahrhunderts in Japan registriert wurde und es war auch eines der stärksten weltweit. Die Behörde warnt vor weiteren starken Nachbeben.

05.55 Uhr: Aus den defekten Kraftwerken wird radioaktiver Dampf abgelassen. Experten pumpen Meerwasser in das AKW, um die ganz große Atom-Katastrophe noch zu verhindern. Die Zeit droht knapp zu werden.

05.15 Uhr: Tausende hungrige Erdbebenopfer versammeln sich in Notunterkünften. Mindestens eine Million Haushalte sind seit dem Beben ohne Wasserversorgung. Viele Gebiete konnten von Rettungsmannschaften immer noch nicht erreicht werden. Rund 2,5 Millionen Haushalte sind ohne Strom.

04.47 Uhr: Das Erdbeben in Japan hatte nach revidierten Angaben eine Stärke von 9,0. Das gab die Meteorologische Behörde in Tokio am Sonntag bekannt. Zuvor hatte sie die Stärke auf 8,8 beziffert, während amerikanische Seismologen 8,9 gemessen hatten.

04.30 Uhr: In einem zweiten Atomreaktor ist es nach Angaben der japanischen Regierung offenbar zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen. Die Radioaktivität im Kernkraftwerk Fukushima sei kurzzeitig über das zulässige Niveau gestiegen, danach aber wieder deutlich zurückgegangen, erklärte Kabinettssekretär Yukio Edano am Sonntag.

03.43 Uhr: Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa teil mit, dass Japan die Zahl der für die Bergungseinsätze nach dem Erdbeben mobilisierten Soldaten auf 100.000 verdoppelt. wie mitteilte.

03.23 Uhr: Ministerpräsident Naoto Kan wird in den japanischen Medien wegen der Informationspolitik seiner Regierung kritisiert. Mehrere Zeitungen schreiben, die Informationen flössen nur spärlich, die Anordnungen zur Evakuierung der Anwohner in der Region um den beschädigten Reaktoren in Fukushima seien zu spät gekommen.

02.56 Uhr: Am vom Erdbeben beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat die radioaktive Strahlung die zulässigen Höchstwerte überschritten. Das teilte die Betreiberfirma Tokyo Electric Power (Tepco) am Sonntag mit, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

02.40 Uhr: Ein schweres Nachbeben der Stärke 6,2 hat am Sonntag Japan erschüttert. In der Stadt wankten Hochhäuser. Seit Freitag gab es schon mehr als 150 Nachbeben.

01.48 Uhr: Ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) ist in Japan eingetroffen, um bei der Suche nach Überlebenden des Erdbebens zu helfen. Ein THW-Sprecher sagte in Bonn, die 39 Männer und Frauen seien auf dem Internationalen Flughafen Narita in Tokio gelandet. Das Team hat demnach drei Spürhunde, Ortungs- und Bergungsgerät sowie Gerätschaften zur Messung von Strahlung dabei. Insgesamt seien damit nun 45 THW-Mitarbeiter in Japan.

01.22 Uhr: Nach Angaben der Atomaufsicht Japans ist es in einem weiteren Reaktor des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zu einem Störfall gekommen. Betroffen sei der Kühlbetrieb in Block 3, hieß es am Sonntagmorgen. Im selben Kernkraftwerk hatte es zuvor nach dem Ausfall der Kühlung in Block 1 eine Explosion gegeben. Insgesamt gibt es damit in drei Reaktoren Störungen, deren Ausmaß nicht ganz klar ist.

01.08 Uhr: Der US-Flugzeugträger „Ronald Reagan“ ist am vor der Küste Japans eingetroffen, um den japanischen Einsatzkräften bei den Bergungsarbeiten in den Erdbebengebieten zu helfen. Japan habe darum gebeten, den Flugzeugträger für die Betankung seiner Helikopter nutzen zu können, teilte die US-Marine auf ihrer Facebook-Seite mit.

00.50 Uhr: Zehn deutsche Energietechniker des Kraftwerkherstellers „Areva“ haben einem Nedienbericht zufolge während des schweren Erdbebens in Japan auf dem Gelände des Unglücksreaktors Fukoshima 1 gearbeitet, in dem jetzt eine Kernschmelze droht. Das bestätigte der Leiter der Unternehmenskommunikation, Mathias Schuch. „Sie haben das Kraftwerk nach dem Beben sofort verlassen und sind ins Landesinnere geflohen. Alle zehn sind gesund und wohlauf“, sagte er.

00.48 Uhr: Nach dem Atomunfall in Japan sind in der Nähe des Kraftwerks Fukushima 15 Personen verstrahlt worden, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntagmorgen (Ortszeit) meldete. Am Samstag hatte die Agentur noch berichtet, dass drei Menschen aus der evakuierten Zone im Umkreis der Anlage verstrahlt worden seien.

00.40 Uhr: Im japanischen Atomkomplex Fukushima 1 soll aus einem weiteren Reaktor radioaktiver Dampf abgelassen werden. Ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco sagte am Sonntag, die Menge der Strahlung sei klein und beeinträchtige die Gesundheit von Menschen nicht.

00.35 Uhr: Der durch das schwere Erbeben in Japan ausgelöste Tsunami hat an der Pazifikküste Nord- und Südamerikas nur wenige Schäden angerichtet. Zwar stiegen selbst im viele Tausende Kilometer entfernten Chile am Samstag die Pegel. Die befürchteten Überschwemmungen blieben aber aus. Die Behörden hatten vorsorglich viele Bewohner der Küsten aufgefordert, die Gebiete zu verlassen.

23.12 Uhr: Die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) spricht von 170.000 Menschen, die aus der Umgebung des beschädigten Atommeilers Fukushima Daiichi evakuiert wurden. Laut UN-Behörde wurden Anwohner in einem Umkreis von 20 Kilometern angewiesen, die Gegend zu verlassen.

23.06 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur Jiji berichtet, will die Notenbank die Finanzmärkte beruhigen, indem dem Geldmarkt mehrere Billionen Yen zur Verfügung gestellt werden. Nach dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami in Japan hatte die Notenbank in Aussicht gestellt, alles zu tun, was in ihrer Macht stehe, um die Finanzmarktstabilität sicherzustellen.

22.48 Uhr: In dem vom Erdbeben beschädigten japanischen Atomkraftwerk sind neue Probleme aufgetreten. Wie die Atomsicherheitsbehörde des Landes mitteilt, fiel an einem anderen Reaktor der Anlage Fukushima Daiichi das Notkühlsystem aus. Daher sei es nun dringend nötig, einen Weg zu finden, wie der Reaktor 3 mit Wasser versorgt wird, sagt ein Behördenvertreter.

22.24 Uhr: Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mitteilt, wurden bislang rund 140.000 Menschen aus den Regionen um zwei japanische Atomkraftwerke evakuiert. In einem Radius von 20 Kilometern um Fukushima Daiichi seien etwa 110.000 evakuiert worden, in der Umgebung von zehn Kilometern um die Anlage Fukushima Daini rund 30.000 weitere. "Die kompletten Evakuierungsmaßnahmen wurden noch nicht abgeschlossen“, teilt die Behörde mit.

19 Uhr: Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan landet eine erste Lufthansa-Maschine aus Tokio in München. Crew wie auch Passagiere bräuchten derzeit etwa die vierfache Zeit, um zum Airport zu kommen, erläuterte Lufthansa-Sprecher Florian Gränzdörffer. „Am Flughafen gibt es nach den Informationen, die wir haben, keine chaotischen Szenen. Es herrscht ruhiger, geordneter Betrieb. Aber die Wege dorthin sind sehr aufwendig.“

17.41 Uhr: Die japanische Atomaufsicht stuft die Explosion in einem Reaktor des Kraftwerkes Fukushima 1 als „Unfall“ auf der internationalen Störfallskala ein. Der Vorfall werde in die Kategorie Nummer vier der von null bis sieben reichenden Skala eingeordnet. Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz können Vorfälle in dieser fünfthöchsten Kategorie eingestuft werden, wenn es zu einer geringen Freisetzung von radiaktivem Material gekommen ist und „begrenzte Schäden am Reaktorkern aufgetreten sind. Das Atomunglück von Tschernobyl war Stufe sieben, ein sogenannter „katastrophaler Unfall“.

16.29 Uhr: Japans Atombehörde stuft den Vorfall im AKW Fukushima als weniger schlimm ein als die Zwischenfälle im US-Kernkraftwerk Three Mile Island 1979 und in Tschernobyl 1986.

15.58 Uhr: In der Nähe des Blocks 1 des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima seien 1015 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden, berichtete der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf die Präfektur Fukushima.Diese Strahlendosis ist doppelt so hoch wie der Grenzwert, bei dem die Betreiber von Atomkraftwerken den Notfall erklären und die Regierung informieren müssen.

15.44 Uhr: Die Nachrichtenagentur Kyodo meldet, dass nach dem Atomunfall in Fukushima drei Anwohner des Kraftwerks verstrahlt worden seien. Es handle sich um Menschen aus der evakuierten Zone im Umkreis der Anlage.

15.28 Uhr: Der Tsunami im Pazifik hat in Indonesien einen Menschen getötet und etliche Häuser zerstört. Die von dem Erdbeben vor Japan ausgelöste Welle war etwa zwei Meter hoch, als sie gegen Mitternacht einen Küstenabschnitt in Papua auf der Insel Neuguinea überflutete, wie die staatliche Nachrichtenagentur Antara berichtet. Stunden zuvor hatte die Regierung die Tsunami-Warnung wieder aufgehoben.

15.19 Uhr: Japanische Soldaten erreichen mit Schiffen und Hubschraubern die beschädigte Atomanalage Fukushima, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen. Eine Anwohnerin wird zitiert: „Jeder will die Stadt verlassen, aber die Straßen sind einfach furchtbar. Wir haben Angst, dass der Wind dreht und die Strahlung in unsere Richtung treibt.“

14.28 Uhr: Nach dem Erdbeben und Tsunami in Japan werden laut TV-Sender NHK in einer Hafenstadt im Nordosten Japans noch 10.000 Menschen vermisst. Es geht es um den Ort Minamisanriku in der Präfektur Miyagi. Nach bisherigen Angaben der Behörden gab es durch die Naturkatastrophe in ganz Japan 1400 Todesopfer. Laut Nachrichtenagentur Kyodo lerbten in Minamisanriku vor der Katastrophe 17.000 Menschen.

14.15 Uhr: Der von einer Kernschmelze bedrohte japanische Atomreaktor Fukushima 1 soll mit Meerwasser gekühlt werden. Regierungssprecher Yukio Edano sagt, die Reaktorhülle aus Stahl sei noch intakt und nicht beschädigt. Daher sei beschlossen worden, den Reaktorkern des an der Küste gelegenen Kraftwerks mit Meerwasser zu füllen.

13:06 Uhr: Japans Premierminister Naoto Kan äußert sich besorgt über die Lage nach dem Atomunfall, spricht aber nicht von einer Kernschmelze im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima.

12.47 Uhr: Regierungssprecher Edano erklärt, es habe eine Explosion in der Anlage gegeben, nicht aber in der Reaktorhülle. Dabei sei Radioaktivität freigesetzt worden, deren Menge aber zurückgegangen sei und auf niedrigem Niveau liege.

12.36 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Guido Westerwelle und Umweltminister Norbert Röttgen wollen am Samstagabend bei einem Krisentreffen die Konseqenzen aus dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima erörten. Anschließend wird die Kanzlerin ein Statement zur Lage abgeben.

12.35 Uhr: Die japanischen Behörden hätten offiziell bestätigt, dass es im AKW Fukushima eine Kernschmelze gegeben habe, berichtet ARD-Korrespondent Robert Hetkämper .

12.25 Uhr: Die Lage in Japan ist nach Einschätzung des Darmstädter Öko-Instituts „extrem kritisch“. „Die Bilder lassen Schlimmes ahnen“, sagt Atomexperte Christoph Pistner. „Aber es ist noch nicht wirklich genau abzuschätzen. Das ist alles noch sehr spekulativ“, erklärte der Fachmann für Nukleartechnik und Anlagensicherheit. „Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es keine Auswirkungen auf Europa geben. Die Abstände sind einfach zu groß.“ „Tschernobyl war viel näher“, betont Pistner.

12.02 Uhr: Beamte der japanischen Atomsicherheitsbehörde glauben nicht, dass es am Gehäuse des Reaktors Nummer 1 im Kernkraftwerk Fukushima Eins zu ernsten Schäden gekommen ist. Zu dieser Einschätzung seien sie nach Prüfung jüngster Radioaktivitätswerte nach der Explosion vom Nachmittag (Ortszeit) gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

11.59 Uhr: In einer Küstenstadt werden 300 bis 400 weitere Todesopfer gefunden. Die Armee habe die Leichen im nordostjapanischen Rikuzentakata in der Präfektur Iwate gefunden, berichtet der TV-Sender NHK.

11.37 Uhr: Die Behörden bestätigten offiziell 574 Erdbeben-Tote, japanische Medien berichten jedoch von mindestens 1.300 Opfern.

11.36 Uhr: Das Auswärtige Amt rät von nicht erforderlichen Reisen in den Großraum Tokio und den Nordosten Japans ab. Darüber hinaus empfiehlt das Außenministerium auf seiner Internetseite , die Region um das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima großräumig zu meiden.

11.10 Uhr: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagt, eine Gefährdung Deutschlands durch das beschädigte Atomkraftwerk in Fukushima könne „praktisch ausgeschlossen werden“.

11.00 Uhr: Die japanische Regierung weitet den Evakuierungsradius um die beschädigten Kernkraftwerke Fukushima Eins und Zwei von 10 auf 20 Kilometer aus. Die Provinzregierung habe eine entsprechende Weisung des Premierministerbüros erhalten, meldet die Agentur Jiji. Die radioaktive Strahlung sei nach einem Anstieg wieder am Fallen, so die Agentur Kyodo.

10.39 Uhr: Die beiden japanischen Autokonzerne Nissan und Honda stellen nach Erdbeben und Tsunami in Japan die Produktion in sämtlichen heimischen Fabriken ein.

10.36 Uhr: Augenzeugen in Japan berichten von Hamsterkäufen. Einige Bürger seien bereits Richtung Süden aufgebrochen, um sich vor einer möglichen Atomkatastrophe im Nordosten des Landes in Sicherheit zu bringen.

10.26 Uhr: Ein japanischer Regierungssprecher bezeichnet die Lage nach der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima als eine „vermutlich sehr ernste Situation“. Er ruft die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben.

10.06 Uhr: Kabinetts-Chef Yukio Edano bestätigt das Entweichen von Radioaktivität aus dem AKW Fukushima 1.

09.33 Uhr: Nach einer Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1 ist das Dach des Reaktorgebäudes eingestürzt. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji unter Berufung auf die Präfektur. Vier Personen seien nach der Explosion in ein Krankenhaus gebracht worden. Über ihren Zustand gibt es keine Angaben.

08.22 Uhr: Finanzminister Yoshihiko Noda erklärt Vorlage eines Notetats für die Erdbebenopfer noch im März für unwahrscheinlich.

07.27 Uhr: Die Behörden teilen mit, im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi sei durch Öffnen der Ventile erfolgreich der Druck verringert worden.

06.12 Uhr: Die Agentur Jiji meldet unter Berufung auf die Behörden, Kernbrennstäbe im Kraftwerk Fukushimi Daiichi seien möglicherweise geschmolzen. Die Wahrscheinlichkeit einer Schmelze sei hoch.