Zollbilanz

Mehr als 25 Millionen Schmuggelzigaretten entdeckt

Erfolgreicher Rückblick: Der Zoll hat im vergangenen Jahr Schmugglerzigaretten im Wert von 4,85 Millionen Euro beschlagnahmt.

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Der Zoll hatte 2010 alle Hände voll zu tun, um Bürger und Wirtschaft vor illegalen Einfuhren zu schützen.

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Rund 25,5 Millionen Schmuggelzigaretten hat der Zoll im vergangenen Jahr im brandenburgischen Grenzraum zu Polen beschlagnahmt. Damit sei ein Steuerschaden von 4,85 Millionen Euro verhindert worden, teilte das Hauptzollamt Frankfurt (Oder) am Freitag mit. Insgesamt überprüften die Zöllner in Ost- und Südbrandenburg mehr als 70.000 Personen und rund 47.000 Fahrzeuge. Bei 3.200 Kontrollen wurden Zigaretten gefunden. Zudem stellten die Zollbeamten mehr als 500 Waffen und verbotene Gegenstände sowie 16.300 Feuerwerkskörper fest.

Schmuggler transportieren eher kleinere Mengen

Im Jahr 2009 waren in der Osthälfte Brandenburgs noch 47,5 Millionen Zigaretten beschlagnahmt worden. Der Rückgang erkläre sich insbesondere dadurch, dass es im vergangenen Jahr keine Millionen-Funde gegeben habe, sagte ein Zollsprecher.

Der größte Fund im Grenzraum seien 570.000 Zigaretten auf einem Lkw an der A 15 bei Forst gewesen. Der Trend halte an, dass die Schmuggler eher kleinere Mengen von bis zu 200.000 Zigaretten per Pkw oder Transporter nach Deutschland bringen würden. Zudem würden viele Ladungen schon vom polnischen Zoll abgefangen.

In Westbrandenburg und an den Flughäfen Schönefeld und Tegel fanden Zöllner neben Zigaretten auch Betäubungsmittel und Waffen, wie das Hauptzollamt Potsdam mitteilte. Stark zurückgegangen seien an den Flughäfen die Einfuhrversuche bedrohter Tiere. Im vergangenen Jahr fanden die Beamten im Reisegepäck den Angaben zufolge 216 nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützte Tiere oder Pflanzen, 2009 waren es noch über 4000 gewesen.

Zollbeamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit überprüften in der Osthälfte Brandenburgs im vergangenen Jahr rund 26.700 Personen sowie etwa 1.700 Arbeitgeber, wie das Frankfurter Hauptzollamt mitteilte. Schwerpunkte der Kontrollen waren Baubetriebe, Gastgewerbe, Gebäudereinigungsbranche, Abfallwirtschaft und Transportwesen. In rund 3.200 Fällen seien Ermittlungsverfahren und in mehr als 1.800 Fällen Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Die ermittelte Schadenssumme betrug im Jahr 2010 rund 11,8 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es 9,8 Millionen Euro gewesen.

In der Westhälfte Brandenburgs deckten Zöllner im Einsatz gegen Schwarzarbeit einen Schaden von fast 20 Millionen Euro auf, wie das Hauptzollamt Potsdam mitteilte. Hier seien 9.400 Arbeitnehmer befragt und 1.281 Arbeitgeber überprüft worden. Dabei seien 1.386 Strafverfahren und 811 Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Damit sei das Vorjahresniveau auch hier leicht überschritten worden.