Neuseeland

Beben bringt Botschaft aus der Vergangenheit ans Licht

Neuseeland hat der 155 Toten durch das Beben gedacht und sucht in den Trümmern nach weiteren Toten. Dabei machten Helfer eine seltsame Entdeckung.

Foto: AFP

Das Erdbeben in Neuseeland hat in der Stadt Christchurch möglicherweise eine Nachricht aus der Vergangenheit ans Tageslicht gebracht. Unter einer umgestürzten Statue des Stadtgründers aus dem 19. Jahrhundert sei ein handgeschriebenes Pergament in einer Flasche und ein versiegelter Kupferzylinder zum Vorschein gekommen, in dem historische Dokumente vermutet würden, sagte Bürgermeister Bob Parker.

Die Statue stand auf dem Hauptplatz der Stadt nahe der historischen Kathedrale. Während des Erdbebens am vergangenen Dienstag stürzte sie um. Museumsexperten untersuchen nun die Gegenstände. Scheinbar enthalten sie Nachrichten der Gründerväter der Stadt, in denen sie ihre Vision für die Zukunft der Stadt darlegen. Parker sagte, es sei geradezu schicksalhaft, dass sie ausgerechnet jetzt ans Licht gekommen seien, um „die Inspiration zu bieten, die wir in dieser schweren Zeit benötigen.“

Am 22. Februar erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,3 die Südinsel Neuseelands. Das Epizentrum lag nur wenige Kilometer von der belebten Innenstadt von Christchurch entfernt. Das Beben ereignete sich zur Mittagszeit. Zahlreiche Bürogebäude, Kirchen und Häuser in der mit 350.000 Einwohnern größten Stadt der Südinsel wurden stark beschädigt. Mindestens 155 Menschen kamen dabei ums Leben.

Genau eine Woche nach dem schweren Erdbeben haben im ganzen Land deshalb kurz von 13.00 Uhr (Ortszeit) zahlreiche Menschen mit zwei Schweigeminuten der Opfer gedacht. In Anbetracht der noch als vermisst geltenden Menschen müsse mit bis zu 240 Toten gerechnet werden, sagte Polizeichef Dave Cliff.

Ministerpräsident John Key hatte seien Landsleute zum Gedenken aufgerufen, als Zeichen der Einigkeit mit den Menschen des Distrikts Canterbury, die eine Tragödie jenseits der Vorstellungskraft vieler erlebt hätten. „Wir haben Menschen verloren, die Stadt ist zerstört, es wird ein Moment der Emotionen und des Schmerzes“, sagte Bob Parker, Bürgermeister von Christchurch, vor der Zeremonie. Nach dem Ende der Gedenkminuten setzten die Menschen die Aufräumarbeiten fort.