Wildes Fest

Anarchie und Exzess – Rio im Rausch des Karnevals

Musik, Tanz, Alkohol und Sex – die größte Party der Welt ist eröffnet: Fünf Tage lang feiert sich Rio de Janeiro in den Rausch des Karnevals.

In Brasiliens Karnevalshochburg Rio de Janeiro haben die Narren offiziell das Zepter übernommen: Feiernde Menschenmassen tanzen zu Samba-Rhythmen durch die Straßen, Rio de Janeiro rüstet sich zur größten Party der Welt. Ein wildes Treiben aus Musik, Tanz, Alkohol und Sex wird in den kommenden Tagen die brasilianische Metropole fest im Griff halten. Einheimische und Besucher entfliehen für einige Tage dem tristen Alltag. Beim Karneval ist Platz für Anarchie, für Exzesse, die natürliche Ordnung der Dinge wird umgekehrt – Männer verkleiden sich als Frauen, die Armen werden zu Königen.

Der fünftägige Karneval von Rio wird offiziell eröffnet. Dann werden dem mythischen König Momo, der Herr über das Chaos ist, die Schlüssel der Stadt übergeben. Verkörpert von einem oft schwergewichtigen Bewohner Rios, hat Momo in diesen Tagen einen engen Terminplan. Gemeinsam mit seiner Königin und zwei Prinzessinnen muss der diesjährige Momo, Milton Rodrigues, pompöse Feierlichkeiten, aber auch Partys in den ärmsten Favelas am Stadtrand besuchen.

In diesem Jahr werden beim Karneval in Rio de Janeiro 756.000 Besucher erwartet, die alle Hotels der Stadt nahezu komplett ausbuchen und 559 Millionen Dollar (400 Millionen Euro) in der Stadt ausgeben werden, schätzt Rios Tourismusabteilung.

In diesem Jahr haben einige Unglücke im Vorfeld des Karnevals die Feiern überschattet. Anfang Februar brannte eine Lagerhalle nieder, in der über 8000 Kostüme von Samba-Gruppen gelagert waren, in der Provinz Minas Gerais starben Ende des Monats 16 Menschen, als eine Stromleitung auf einen Karnevalszug stürzte.

Dennoch ist die Vorfreude auf die am kommenden Montag und Dienstag stattfindenden großen Umzüge der Samba-Gruppen ungebrochen. Und abseits der Paraden ist der Karneval in diesem Jahr größer als je zuvor. Während sich die Reichen auf den exklusiven Maskenbällen vergnügen, spielen 424 registrierte Bands und DJs auf den Straßen von Rio de Janeiro für Jedermann.

Schon seit Wochen musizieren sie auf den Straßen, während Tausende tanzen, trinken und die populären Samba-Hits mitsingen. Und über den schwitzenden Massen thront in diesen Tagen König Momo, feuert die Feiernden an und gibt die Anweisung, den Karneval einmal mehr zur größten Party der Welt zu machen.