Schmiergelder

Fergies peinliche TV-Beichte über ihre Pleite

Der Alkohol soll Schuld sein. Sarah Ferguson entschuldigte damit, dass sie ihren Kontakt zur britischen Königsfamilie zu Geld machen wollte.

In einem Interview mit der amerikanischen Talkshow-Queen Oprah Winfrey hat Sarah Ferguson, alias „Fergie" offenbart , dass ihre finanzielle Situation „außer Kontrolle“ geraten ist.

Sie bereue zutiefst, dass sie für die Vermittlung von Geschäftskontakten zu ihrem geschiedenen Mann Prinz Andrew Tausende von Dollar kassieren wollte, sagte sie.

„Fergie“ räumte außerdem ein, getrunken zu haben, als sie bei dem Deal von einem als Investor getarnten Reporter heimlich gefilmt wurde. Sie stehe kurz davor, Bankrott anzumelden, gab sie in dem Interview zu.

Sie habe weit über ihre Verhältnisse gelebt. „Ich war vollkommen außer mir. Ich muss sagen, dass ich auf einer Abwärtsspirale war, dass es mir nur noch schwer fiel auf der Tretmühle des Lebens mitzuhalten. Ich lebte – oder versuchte – als Herzogin von York zu leben“.

Über die Details, warum sie sich so tief verschuldet habe, wollte sie allerdings nicht reden. Ihre Geldprobleme seien so schlimm gewesen, dass sie zeitweise sogar bei ihrem geschiedenen Mann Andrew leben musste. „Ich will ihm keine Last sein. Ich habe das Gefühl, dass ich wieder auf die Füße kommen werde. Es wird vielleicht lange dauern, aber ich werde es versuchen“.

Wie viel Unterhalt sie von ihrem geschiedenen Mann bekommt, wollte „Fergie“ nicht sagen. Sie betonte aber, sie wolle im Einvernehmen mit ihrer früheren Schwiegermutter, der Queen, bleiben: „Ich wollte eine enge Freundschaft mit der Familie. Ich wollte Freundschaft mit dem Boss“, sagte Ferguson.

Britische Medien interpretierten ihren Auftritt im US- Fernsehen als Versuch, dort wieder in der Prominenten-Szene Fuß zu fassen.

Die finanziell angeschlagene Geschäftsfrau wolle ihren Marktwert setzen. „Es sieht so aus, als ob sie bereits nächste Woche für Geschäfte in die USA zurückkehren könnte“, zitiert die „Daily Mail“ einen Informanten aus ihrem näheren Umfeld.

Fergies ruinöser Leidensweg

Sehen wir es doch einmal von der liebenswerten Seite. Während der Boulevard in aller Welt sich voyeuristisch den Mund zerreißt über die Eskapaden der geschiedenen Herzogin von York, alias Sarah Ferguson, alias „Fergie“, hört man von ihrem Mann nichts Despektierlicheres über seine Ex, die noch immer die Royal Lodge in Windsor Park mit ihm und den beiden Töchtern teilt, als dass er von allem nichts wisse und gewusst habe.

Vor allem nichts von der weltweit berichteten jüngsten Peinlichkeit, dem konspirativen Treffen der Herzogin mit einem getürkten Scheich (in Wahrheit ein als Araber verkleideter Reporter der „News of the World“), bei dem sie sich, von einer versteckten Video-Kamera gefilmt, als Türöffnerin für Geschäftskontakte mit ihrem Ex-Mann prostituierte. Für gutes Geld, versteht sich, 500.000 Pfund (575.000 Euro), um es genau zu sagen; 40.000 Dollar Anzahlung lagen schon in 20-Dollar-Scheinen vor ihr auf dem Tisch in dem feudalen Belgravia-Apartment des „Scheichs“, ehe sie in einer Tragetasche der Herzogin verschwanden. Denn Fergie ist pleite, wieder einmal, und zwar restlos.

Aber ihr Mann? Wie Sarah behauptet, sind sie „the happiest divorced couple“, das glücklichste geschiedene Paar der Welt. Da scheint etwas dran zu sein. Ein Kenner der Royals schrieb bissig, der Herzog und die Herzogin von York hätten „keinen Respekt vor der Institution der Scheidung.“

Sie geben in der elegantern Villa, welche die Queen nach dem Tode ihrer Mutter ihrem dritten Spross übertrug, Empfänge, kümmern sich um die Töchter Beatrice und Eugenie, die zurzeit noch studieren, und verschicken jedes Jahr gemeinsam unterzeichnete Weihnachtskarten.

Andrew hängt offenbar an seiner Frau wie an einem fragilen Sammlerstück, irgendwie respektiert er ihre naive und unkonventionelle Natur, etwas, zu der er es nie gebracht hat. Außerdem ist Sarah Ferguson den Kindern bis heute eine gute Mutter – lässt man einmal beiseite, was sie ihnen und der Familie durch ihre schlagzeilenträchtigen Ausbrüche an Beschämung bisher schon zugemutet hat. Angefangen mit dem berüchtigten „toegate“, als die Duchess an einem Riviera-Pool beim Liebesspiel mit einem britischen Banker erwischt wurde, wie dieser sich gerade mit ihren Zehen beschäftigte.

Fergie hat ein gestörtes Verhältnis zur Realität, zum Geld und sie schwankt in ihrem Gemüt zwischen Phasen schwebender Heiterkeit und latenter Depression. Wie bei ihrer Schwägerin, der unglücklichen Lady Di, führt man auch bei ihr diese sichtbare Labilität darauf zurück, dass sie, 13-jährig, von ihrer Mutter verlassen wurde, als diese mit ihrem Liebhaber Héctor Barrantes, einem argentinischen Polo-Spieler und Ranch-Besitzer, Hals über Kopf nach Südamerika davon zog. Vom Vater lernte sie nichts als dessen legendäre Frauengeschichten.

Ihr naiver Glaube, die Freundschaft mit der Queen nicht zu verlieren, bewog Sarah, nach der Scheidung auf eine Millionen-Abfindung zu verzichten. Immerhin übernahm Andrew die Kosten für die Privaterziehung der Töchter und bestritt laufende Unkosten seiner Frau aus dem 1,4 Millionen-Pfund Trust-Fund, den die Queen eigentlich für ihre Enkelinnen eingerichtet hatte („meine Töchter halten mich aus“, pflegt die Mutter schon mal zu sagen). Aber an Barem erhielt die Herzogin die Hälfte von Andrews Gehalt aus seiner Navy-Karriere – 15.000 Pfund im Jahr. Kein Geld für eine an aufwendigen Lebensstil gewöhnte Frau.

Dabei fehlt es ihr nicht an Geschäftssinn, der ihr zum Beispiel erlaubte, durch beharrlichen Einsatz Schulden in Millionenhöhe aus den 80er und 90er Jahren binnen vier Jahren zu tilgen. Namentlich in den USA baute sich die Herzogin ein Geschäftsportfolio auf, aus TV-Verträgen, Kinderbüchern und Beratungen für ein Unternehmen wie „Weight Watcher“, das sich mit Praktiken der Gewichtsabnahme befasste.

Oder sie hängte sich an Initiativen für das „empowerment“, den Aufbau einer starken Frauenpersönlichkeit, und hielt Motivationsvorträge zum Thema, „wie man sein Potenzial verwirklicht.“ Arme Fergie, der es gerade daran mehr als mangelt.

Zu viele Geschäftswege führten ins Nichts, zu viele Schulden haben sich wieder angehäuft, in diesem Frühjahr meldete sich ihr Londoner Anwaltsbüro mit Nachforderungen über 200.000 Pfund.

Wie sagte Fergie es doch im Gespräche mit dem unechten Scheich, auf ihre direkte Art? „Ich besitze nicht einmal einen Topf, in den ich pissen kann.“ Heißt soviel wie: kein Sicherheitsnetz. Vielleicht erbarmt sich die Queen doch noch, tiefer in die königliche Schatulle zu greifen und ihrer Schwiegertochter eine generösere Apanage auszusetzen.

Aber ach, die Monarchin leidet selber unter den harten Zeiten und hat soeben bei der Regierung angeklopft, ob man ihre Bezüge nicht um zehn Millionen Pfund im Jahr aufstocken könne, es fehle an allen Ecken und Enden. Wohin soll sich da die Herzogin von York wenden?