Leichen auf Schießplatz

Mutmaßlicher Todesschütze von Genthin ist tot

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Der 28-Jährige, der in Genthin drei Menschen getötet haben soll, ist tot: Seine Leiche wurde bei Magdeburg gefunden. Er hat sich nach ersten Erkenntnissen selbst getötet.

Der mutmaßliche Todesschütze von Genthin ist tot. Seine Leiche wurde am Freitagmittag in einem Auto nahe von Haldensleben bei Magdeburg entdeckt, wie ein Polizeisprecher sagte. Der 28-Jährige hat sich offenbar selbst gerichtet. „Es spricht einiges dafür, dass es die gesuchte Person ist“, sagte der Stendaler Staatsanwalt Thomas Kramer.

Der Mann soll auf dem Freiluftschießstand der Jägerschaft Genthin in Sachsen-Anhalt drei Menschen getötet haben. Ihre Leichen waren am Donnerstagabend dort gefunden worden. Das weitläufige Gelände liegt nur etwa 600 Meter vom Genthiner Ortsteil Hüttermühle, einem Imbiss und einem Autohaus entfernt. Am Maschendrahtzaun hängt ein gelbes, zerbeultes Schild. „Schießstand. Betreten verboten“. Das riesige Tor ist massiv, Stacheldraht soll vor Eindringlingen schützen und die riesigen Bäume versperren jegliche Sicht.

Wer die drei Toten waren, zwei Männer und eine Frau, woher sie stammen, wie alt sie waren und in welcher Beziehung sie zueinander standen – die Polizei sagt dazu am zunächst nichts. Doch ein Verdächtiger stand schon wenige Stunden nach der Tat fest. „Wir suchen einen bewaffneten 28-Jährigen, auf den wir aufgrund von Ermittlungen im Umfeld der Toten gekommen sind“, sagt Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch.

Auf Spekulationen über ein Familiendrama oder eine Beziehungstat lässt er sich nicht ein. „Ich kann noch nichts sagen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.“ „Wir wissen, dass die Opfer auf dem Gelände erschossen wurden und dass es nicht Tage, sondern nur Stunden her ist“, sagt der Polizeisprecher. Am Freitag wird dann der mutmaßliche Täter gefunden - tot.

Allzu große Hoffnungen auf weitere Hinweise aus dem nahe gelegenen Wohngebiet hat die Polizei nicht: Der Knall von Schüssen gehört hier zur Normalität. „Das Gelände ist doch riesig“, sagt ein Handwerker aus der Region, der sich am nahe gelegenen Imbiss einen Kaffee gönnt und auf das Waldstück blickt. „Das war doch alles geplant“, vermutet er. „Wie im Krimi. Der hat die da hinbestellt und dann ermordet.“

Der Notruf ging am Donnerstag um 22.45 Uhr bei der zuständigen Dienststelle ein. „Hier liegen drei leblose Personen“, waren nach Aussage von Polizeisprecher Kriebitzsch die Worte, mit denen sich der Anrufer meldete. In der frostig-kalten Nacht kommen um den Schießstand rund 300 Beamte, Fährtenhunde und ein Hubschrauber zum Einsatz.

Die Suche nach dem Verdächtigen konzentriert sich auf das Gebiet um Haldensleben bei Magdeburg – per Handy-Ortung hatte ihn die Polizei dort zuletzt ausfindig gemacht. Ralph Völker, Sprecher des Polizeireviers Jerichower Land, ist am Freitagmittag einer der letzten, die am Tor zum Schießstand ausharren. „Hier ist alles getan“, sagt er. An dem Tor hängt ein großesSchild, auf dem die Öffnungszeiten und die Handynummer des Vorsitzenden der Genthiner Jägerschaft stehen. „Er war hier und hat die Kollegen über das Gelände geführt“, sagt Völker. Für Nachfragen - und das dürften viele sein – ist der Mann nicht zu erreichen.

( dpa/dapd/dino )