Gadget Inspektor

Pastakocher verblüfft automatisch

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Thomas Delekat

Thomas Delekat packt für seinen Gadget-Test wie immer selbst an, aber nicht mit Kochlöffel und Schürze, sondern mit Pastakocher.

Der Gadget-Inspektor hat im Badezimmerspiegel nach zeitraubender Betrachtung von allen Seiten festgestellt, dass er einmal ein biblisches Alter erreichen wird. Methusalem ist zu seinem Tod etwa 78 Jahre alt gewesen, der Gadget-Inspektor hofft auf mehr, weil er täglich Pasta isst. Der Gadget-Inspektor hält bei den Japanern und Chinesen die Glasnudel aus Reis, bei den vielen Hundertjährigen in den italienischen Bergdörfern die Hartweizen-Spaghetti für das Geheimnis des ergiebigen Lebens.

So macht dem Gadget-Inspektor ein tiefsitzender Ärger zu schaffen, den er sich mit dem "Stromfreien Spaghetti-Garer Pasta-Blitz" von Rosenstein & Söhne einhandelte. Das Gerät funktioniert nach demselben Steinzeit- oder Nachkriegssystem, mit dem die Mutter des Gadget-Inspektors Reis kochte, vor 50 Jaren - mit dem heißen Topf im molligen Federbett. Der Rosenstein&Söhne Spaghetti-Kocher ärgert den Gadget-Inspektor, weil er leider, leider funktioniert. Eine Doppelportion Spaghetti gehört in einen Acrylglas-Zylinder mit etwas Salz, dazu einen reichlichen Liter kochendes Wasser aus dem elektrischen Wasserkocher, Deckel drauf - und siehe da, nach 13 Minuten sind sie gut.

Ein Sieb im Deckel hält die Spaghetti beim Abgießen zurück - und fertig. Keine milchigen Stärke-Rückstände im Kunststoff-Zylinder, einmal mit klarem Wasser geschwenkt, abgetrocknet, das war's. Seitdem schämt sich der Gadget-Inspektor für seine Umschau im Bekanntenkreis, wem er das tüchtige Gerät mitsamt dem tiefsitzenden Ärger antun könnte. Der Gadget-Inspektor glaubt nicht an Homöopathie, Alchemie, Astrologie, er ist sich sogar nicht ganz sicher, ob er die Portion aus dem Spaghetti-Garer von der aus seinem Edelstahl-Kochtopf unterscheiden könnte. Aber er glaubt religiös daran, dass Spaghetti, mit denen man auf ein langes Leben kommt, nur in sprudelndem, übersalzenen Wasser mit einem Tropfen Olivenöl gelingen. Was anderes kommt für den Gadget-Inspektor doch überhaupt nicht in Frage.