Insolvenzverschleppung

Tatjana Gsell macht Aussage für "Foffi" zur Show

Prinz Ferfried von Hohenzollern und Tatjana Gsell waren kurz wieder vereint – vor Gericht. Die Blondine nutzte den Prozess für einen großen Auftritt.

Tatjana Gsell genießt ihren Auftritt sichtlich. Als sie im Blitzlichtgewitter und bedrängt von Kamerateams an der Seite ihres Ex-Freundes Prinz Ferfried von Hohenzollern den langen Weg vom Eingang des Nürnberger Justizgebäudes in den Sitzungssaal 162 schreitet, lächelt sie zufrieden. „Mir geht's super, sieht man das nicht?“, haucht sie in die vorgehaltenen Mikros und streicht sich immer wieder ihre langen blonden Haare aus dem Gesicht.

Die zierliche 39-Jährige ist ganz in Schwarz gekleidet, trägt hochhackige Reiterstiefel, einen Pelzkragen und eine eng anliegende Hose aus schwarzem Leder und Satin. Sie hat sich sichtlich fein gemacht für ihre Aussage im Prozess gegen ihren früheren Liebhaber Prinz „Foffi“, dem die Staatsanwaltschaft am Amtsgericht vorwirft, gemeinsam mit ihr die Insolvenz der Tatjana Gsell Holding GmbH als Geschäftsführer verschleppt zu haben – einer „Beauty- und Wellness Company“, wie Gsell später angibt, die sich um die Medien-Einnahmen kümmerte und 2009 Insolvenzantrag stellte.

Prinz Ferfried stritt die Vorwürfe stets ab und erklärte zum Prozessauftakt vor einer Woche, er habe sich nach der Trennung von Freundin Tatjana 2006 auch aus der Geschäftsführung verabschiedet.

Eine Aussage, die die 39-Jährige schließlich bestätigt: Ja, er sei nach dem Aus auch aus der Firma ausgestiegen, sagt sie. Beide hätten nicht mehr zusammenarbeiten wollen. Wann das genau gewesen sei, wisse sie aber nicht mehr. „Es ist so viel passiert bis jetzt“, sagt sie entschuldigend zur Richterin. Aber es sei wohl 2006 gewesen.

Nachdem das Datum auch der ehemalige Steuerberater des Prinzen bestätigt, spricht das Gericht „Foffi“ schließlich frei. Es gebe keinen Zweifel daran, dass er schon 2007 aus der Firma ausgeschieden sei und mit der Insolvenz nichts zu tun gehabt habe, urteilt Richterin Claudia Degenhart. Anders als Gsell: Sie hatte in der gleichen Sache Ende 2010 einen Strafbefehl über 8.400 Euro akzeptiert.

2004 hatte die inzwischen in Frankfurt lebende Blondine schon einmal als Beschuldigte Kontakt zur Nürnberger Justiz: Damals war sie wegen versuchten Versicherungsbetrugs zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten verurteilt worden. Ein Delikt, bei dem 2003 ihr deutlich älterer Ehemann, der Nürnberger Schönheitschirurg Franz Gsell, an den Folgen eines fingierten Überfalls gestorben war.

Wie schon damals wollen auch diesmal viele Nürnberger die aus den Medien bekannte Society-Lady einmal selbst erleben. „Sie schaut hübscher aus als im Fernsehen“, findet eine 23-Jährige. „Ich finde, sie ist ganz schön gealtert“, meint dagegen eine andere. Und ihr ebenfalls schon ergrauter Begleiter gibt zu: „Mich interessiert nur der ’Foffi’“. Enttäuscht ergänzt er: „Alt und klapprig ist der.“