Indischer Ozean

Piraten entführen Frachter und Segelboot mit Kindern

| Lesedauer: 2 Minuten

Piraten haben im Indischen Ozean wieder Menschen entführt. Diesmal sind auch Kinder in der Gewalt der Kriminellen.

Somalische Piraten haben im Indischen Ozean zwei Schiffe gekapert. Neben einem griechischen Frachter brachten sie ein Segelboot mit drei dänischen Kindern und vier Erwachsenen in ihre Gewalt.

Die Segler hatten per Funk einen Notruf abgesetzt. „Leider hat sich nun bestätigt, dass das Boot in der Gewalt von Piraten und auf dem Weg nach Somalia ist“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Kopenhagen der Nachrichtenagentur Ritzau.

Normalerweise entführen die von Somalia aus operierenden Piraten Handelsschiffe, für die die zuständigen Reedereien Lösegeld zahlen müssen.

Zuletzt wurde ein griechischer Frachter etwa 260 Seemeilen nordöstlich von Oman ihr Opfer.

Ein Sprecher der EU-Antipiratenmission Atalanta teilte mit, das unter Panama-Flagge fahrende Schiff „MS Dover“ sei von Pakistan aus auf dem Weg zum Hafen Salif im Jemen gewesen. Über das Schicksal der 23 Besatzungsmitglieder von den Philippinen sowie aus Rumänien und Russland gebe es derzeit keine Informationen. Auch Einzelheiten des Überfalls waren – ebenso wie im Fall des Segelbootes – nicht bekannt.

Dagegen ist ein im vergangenen Oktober gekapertes Schiff nach Atalanta-Angaben wieder frei. Die unter Panama-Flagge fahrende „MS Izumu“ und ihre Besatzung – 20 philippinische Seeleute - sollen unterwegs zu einem sicheren Hafen sein, hieß es.

Über den Zustand der Seeleute und des Schiffes nach der monatelangen Gefangenschaft gab es keine Informationen. Derzeit befinden sich mehr als 700 Seeleute vor der somalischen Küste in der Gewalt von Piraten.

Unterdessen verlängert sich der Hamburger Prozess gegen zehn mutmaßliche somalische Piraten voraussichtlich um weitere Monate. Für die Verhandlung vor dem Landgericht sollen zusätzliche Termine bis nach dem Sommer angesetzt werden, kündigte der Richter an. „Wir haben noch Hoffnung, dass wir auch bis Ende Mai fertig werden.“ Es sei aber unklar, welche weiteren Anträge, Stellungnahmen und Beweismittel noch von der Verteidigung gewünscht werden.

Ursprünglich war der Prozess bis Ende März geplant, später kamen Termine bis Ende Mai hinzu. Zehn Angeklagte müssen sich seit November wegen Gefährdung des Seeverkehrs und erpresserischen Menschenraubs verantworten.

( dpa/lk )