Literatur-TV

Denis Scheck vergleicht Kochbücher mit Pornos

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Für gewöhnlich kritisiert Denis Scheck in seiner ARD-Sendung aktuelle Bestseller. Jetzt aber macht er Appetit auf sein eigenes Buch.

Für TV-Literaturkritiker Denis Scheck („druckfrisch“) gibt es durchaus Ähnlichkeiten zwischen Pornos und Kochbüchern. „Beides hat viel gemeinsam“, sagte der gebürtige Stuttgarter am Montagabend im Frankfurter Literaturhaus. „Zum Beispiel haben sowohl Pornos als auch Kochbücher für viele einen enormen Sehens-, aber nur einen kläglichen Nutzwert.“ Denn bei beiden Kategorien hätten die meisten Nutzer nicht unbedingt vor, ihre Fantasien auch in die Realität umzusetzen.

„Außerdem sind Pornos ebenso wie Kochbücher repetitive Vergnügungen, also reine Wiederholungen von Evergreens“, sagte Scheck bei einer Lesung seines neuen Buchs „Sie & Er. Der kleine Unterschied beim Essen und Trinken“ (Berlin Verlag). Das Abkupfern habe in beiden Genres Tradition.

Gemeinsam mit seiner Schulfreundin, der Ärztin Eva Gritzmann, geht der 1964 geborene Scheck in seinem neuen Buch auf amüsante Weise der Frage nach, ob es speziell weibliche und männliche Vorlieben beim Kochen und in der Küche gibt. Nach Angaben Schecks befragten die beiden für ihren Gaumenguide unter anderem Winzer und Metzger ebenso wie den Schriftsteller Jan Weiler und den britischen Spitzenkoch Jamie Oliver sowie Hirnforscher und Aromaexpertinnen.

Ihr Ergebnis: Es gibt durchaus Speisen, die der Mann und Gerichte, die die Frau bevorzugt. Die eine nimmt die Brust, der andere die Keule, Männer bestellen Pils, Frauen Prosecco, Männer essen bei Mutti, Frauen kochen gerne selbst. „Männer und Frauen schmecken, kochen und bestellen bewiesenermaßen anders“, sagt Scheck. Bei den Recherchen für das Buch habe er auch das „Travestiekochen“ schätzen gelernt. „Ernähren Sie sich doch einfach mal für ein paar Tage wie das andere Geschlecht“, empfahl er. Zwiebelrostbraten und Bierkotelett für sie, Lachsschnittchen und Prosecco für ihn?

Grundsätzlich geht er nicht von geborenen weiblichen und männlichen Geschmäckern aus: „Wir werden nicht als männliche oder weibliche Esser geboren, sondern erst durch das Rollenverständnis in der Gesellschaft dazu gemacht.“

( dpa/tsch )

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