Familienleben

Alltag für Gerhard Schröder "bitterer Lernprozess"

Die Rolle als Familienvater hält für Altkanzler Schröder manche Herausforderung bereit. Wie er die meistert, verriet jetzt seine Frau Doris Schröder-Köpf.

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Der Familienalltag hat sich für Altbundeskanzler Gerhard Schröder nach Schilderung seiner Ehefrau als eine ganz besondere Herausforderung entpuppt. “Das ist eine Sache, die in unserer Familie ein bisschen umkämpft war: Mein Mann fühlte sich generell schon sehr verantwortlich für uns und auch voller Liebe, aber sich zuständig zu fühlen für die Kleinigkeiten des Alltags – das war ein harter, teilweise bitterer Lernprozess“, verriet Doris Schröder-Köpf in der ARD-Sendung „Beckmann“.

Als Vater seiner Adoptivkinder Victoria (9) und Gregor (5) musste der SPD-Politiker vieles neu lernen. „Er kann mit den Kindern spielen und er kann sich mit ihnen beschäftigen“, berichtete seine Ehefrau. Aber für die Kinder zu kochen, zählt offenbar nicht zu seinen Stärken. „Im Notfall gehen die halt dann etwas essen“, sagte Schröder-Kopf.

Nicht nur mit dem Kochen, auch mit dem gemeinsamen Singen hat der Altkanzler seine liebe Not, wie Gerhard Schröder im August 2010 „Morgenpost Online“ verriet. Bei der Fahrt in den Familienurlaub auf die Ostfriesische Insel Borkum gehörten Lieder aber trotzdem zum Pflichtprogramm: „Das Radio läuft nur selten. Wir singen, und zwar quer durch den Gemüsegarten. Arbeiterlieder wie 'Brüder zu Sonne' oder aktuell 'Old MacDonald has a farm', das Lieblingslied von meinem Sohn. Ich kann allerdings gar nicht singen. Bei mir ersetzten Lautstärke und Textkenntnis das Melodische“, sagte Schröder.

Der Job als Familienvater würde ihn durchaus fordern: „Ich werde ja die ganze Zeit mit Dingen konfrontiert, die Leute in meinem Alter allenfalls von ihren Enkelkindern kennen – und die können sie ein paar Stunden später ja wieder an ihre Eltern abgeben. Das ist bei uns nicht möglich, Gott sei Dank.“

Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Seit dem Ende seiner Karriere in der Politik ist er als Rechtsanwalt und in der Wirtschaft tätig, u. a. als Aufsichtsratsvorsitzender der Nord Stream AG.