Kindesminsshandlung

22-Jährige nach qualvollem Babytod vor Gericht

Eine junge Frau soll nicht verhindert haben, dass ihr Sohn vom Kindsvater zu Tode geprügelt und geschüttelt wurde. Jetzt steht die 22-Jährige in Trier vor Gericht.

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Sie soll nicht verhindert haben, dass ihr Mann ihr Baby zu Tode misshandelte: Deshalb muss sich eine 22-jährige Frau vor dem Landgericht Trier verantworten. Nach Darstellung von Staatsanwalt Jörn Patzak hatte der Vater des kleinen Jungen diesen zwischen August und September 2010 mehrfach so heftig geschüttelt und geschlagen, dass er Knochenbrüche und Gehirnblutungen erlitt.

Die 22-Jährige habe nichts getan, um ihr Kind vor den Übergriffen des Vaters zu schützen, sagte Patzak. Der Sohn des US-amerikanischen Paares war im Oktober 2010 im Alter von acht Monaten an den Folgen der schweren Misshandlungen gestorben.

Prozess gegen Kindsvater vor Militärgericht

Der Ehemann der 22-Jährigen ist auf dem US-Flugplatz Spangdahlem (Eifelkreis Bitburg-Prüm) stationiert und unterliegt nach dem NATO-Truppenstatut der amerikanischen Militärgerichtsbarkeit. Gegen ihn sei am 18. Februar von der zuständige Behörde der US-Luftwaffe Anklage erhoben worden, sagte die Sprecherin des Flugplatzes, Iris Reiff, in Spangdahlem. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Der Prozess werde auf der Airbase in der Eifel beginnen, sagte sie.

Die Mutter habe die Vorwürfe im Wesentlichen eingeräumt, sagte Patzak. Sie habe angegeben, mit der Situation überfordert gewesen zu sein. Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass die 22-Jährige aus dem US-Bundesstaat Texas die Misshandlungen ihres Mannes mitbekommen hat. In einem Fall habe der Vater dem Säugling schwere Verbrennungen vom Hals bis zum Knie zugefügt. „So etwas sieht eine Mutter“, sagte er. Sie hätte mit dem Kind zum Arzt gehen und es dem Vater entziehen müssen.

Die Anklage lautet auf Misshandlung und Körperverletzung mit Todesfolge – jeweils durch Unterlassen. Die Angeklagte, die im weinroten Jogginganzug vor Gericht erschienen war, kündigte an, sich zu den Vorwürfen einzulassen. Der Prozess wird am 11. März fortgesetzt.