Nach Pfändung

Mutter kämpft vor Gericht erfolgreich um Stofftiere

Foto: picture alliance / dpa / picture alliance / dpa/epa

Kamele, Tiger und Hasen aus Plüsch haben das Bonner Landgericht beschäftigt. Die Stadt Köln hatte die Spielsachen pfänden lassen und wurde auf Herausgabe verklagt.

Gepfändete Stofftiere haben die 1. Zivilkammer des Bonner Landgerichts beschäftigt. Eine 40-jährige Frau und ihre sechs und 14 Jahre alten Töchter aus Niederkassel bei Bonn hatten die Stadt Köln auf die Herausgabe der Spielsachen verklagt. Die Kölner Stadtverwaltung hatte die 68 Plüschtiere im März 2010 vom Gerichtsvollzieher in Niederkassel pfänden lassen, weil der getrennt lebende Ehemann der Klägerin der Stadt rund 20.000 Euro Gewerbesteuer schuldet.

Beide Parteien einigten sich schließlich vor Gericht auf die Rückgabe der von den Töchtern schmerzlich vermissten Kamele, Tiger, Wale und Hasen einer renommierten Marke. Die restlichen gepfändeten Wertgegenstände wie ein Laptop oder eine Musikanlage können von der Stadt Köln verwertet werden.

Deren Rechtsvertreter hatten jedoch erst eingelenkt, als die Mutter der Klägerin vor Gericht erklärte, dass die 40-Jährige seit ihrer Kindheit Stofftiere sammle und diese nicht Eigentum des Ehemanns seien. Als Beweis für ihre lebenslange Sammelleidenschaft legte die 40-Jährige zudem ein Fotoalbum mit unzähligen Bildern aus vier Jahrzehnten vor, die sie mit Teddybären, Stoff-Krokodilen oder Plüsch-Hunden zeigen.

Nach der Verhandlung sagte die 40-Jährige, sie sei „sehr glücklich“ ihr Ziel erreicht zu haben. „Die Pfändung der Tiere war eine riesige Unverschämtheit. Meine Tochter hat tagelang um ihre Schildkröte geweint.“ Für die Pfändung der anderen Wertgegenstände zeigte die 40-Jährige allerdings Verständnis: „Die Stadt will ja auch an ihr Geld kommen.“ Nach Angaben des Rechtsanwalts der Stadt Köln ist der Ehemann der 40-Jährigen seit Jahren Steuerschuldner bei der Kommune.

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