Tragödie bei Hordorf

Lokführer des Unglückszugs stand auf erster Lok

Entgegen ersten Spekulationen war der Lokführer des bei Hordorf verunglückten Zugs auf der ersten der beiden Lokomotiven. Das ergab eine Auswertung des Fahrtenschreibers.

Nach dem Zugunglück bei Hordorf sind nach Angaben des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) die Fahrtenschreiber und Diagnosegeräte grob ausgewertet worden. Bisherigen Erkenntnissen zufolge habe sich der Lokführer des Güterzuges zum Zeitpunkt der Katastrophe auf der ersten Lok befunden, sagte ein Behördensprecher der "Mitteldeutschen Zeitung“ .

Das EBA wies damit Spekulationen zurück, wonach sich der Lokführer auf der zweiten Lok befunden und möglicherweise deswegen zwei Haltesignale übersehen habe. EBA-Sprecher Moritz Huckebrink betonte aber gleichzeitig, dass die Untersuchungen noch nicht endgültig abgeschlossen seien.

Nach den ersten Ermittlungen hatte der Lokführer des Güterzuges die Haltesignale auf der eingleisigen Strecke ignoriert und dadurch die Katastrophe ausgelöst. Dieser Verdacht habe sich nun bestätigt, sagte Huckebrink der Zeitung. Gegen den Mann hatte die Staatsanwaltschaft Magdeburg bereits Ermittlungen eingeleitet – unter anderem wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung.

Beim Zusammenstoß des Güterzuges mit einem Personenzug waren am 29. Januar in der Nähe des Bahnhofes Hordorf in der Magdeburger Börde ein Güterzug und ein Zug des Privatunternehmens Harz-Elbe-Express frontal zusammengestoßen. Zehn Menschen starben, 23 wurden teils schwer verletzt.