Weitere Anklage

Der zweite Mann im Missbrauchs-Fall vom Westerwald

Im Fall des schweren Missbrauchs im Westerwald wird ein zweiter Mann angeklagt. Er hatte für Sex mit den Töchtern bezahlt. Deren Vater sah dabei zu.

Im Missbrauchs-Fall von Fluterschen im Westerwald steht bald auch einer der Männer vor Gericht, an die der Familienvater seine Tochter und seine Stieftochter für Sex verkauft haben soll. Der Prozess gegen einen 63-Jährigen wegen fünf Fällen von Kindesmissbrauch beginnt am 18. März in Betzdorf, wie der Direktor des Amtsgerichts bestätigte.

Der Mann hatte den Vater laut Anklage für Sex mit seinen Töchtern bezahlt. Nach einem Bericht der „Rhein-Zeitung“ soll der Vater, der unter anderem mit seiner Stieftochter acht Kinder gezeugt haben soll, dabei zugesehen haben. Der 48-Jährige steht ab 15. Februar 2010 in Koblenz vor Gericht.

Wie wiederum die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, habe das zuständige Jugendamt von den Missbrauchsfällen nichts bemerkt. „Wir haben die Stieftochter häufiger über die Vaterschaft befragt, aber sie hat immer wieder beteuert, dass an den Vermutungen nichts dran sei“, sagte der Leiter des Kreisjugendamtes Altenkirchen, Hermann-Josef Greb. Seit Mitte 2008 sei „ein bis zwei Mal wöchentlich“ eine Mitarbeiterin in das Haus der Familie gekommen.

Mehrere hundert Mal missbrauchte der Beschuldigte dem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge eine der Töchter. Es habe „sexuelle Übergriffe in mehr als 300 Fällen“ gegeben, sagte Sandra Buhr, Anwältin der Tochter, die vor Gericht als Nebenklägerin auftritt.

( dpa/dapd/sv )