Nahverkehr

Nach Prügelei mit Fahrer Streik bei Brüsseler Metro

Nach einer Prügelei zwischen einem Fahrer und Gast legten in Brüssel alle Bahnangestellten die Arbeit nieder. Busse und Bahnen fuhren nicht.

Foto: dpa

Nach einer Prügelei zwischen einem Metro-Fahrer und einem Fahrgast haben in der belgischen Hauptstadt Brüssel fast alle Bahnen und Busse still gestanden. Tausende Pendler kamen zu spät zur Arbeit, auf den Straßen bildeten sich kilometerlange Staus.

Mit der spontanen Arbeitsniederlegung protestierten die Angestellten gegen die schlechten Sicherheitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr, teilte die Verkehrsgesellschaft STIB mit. Doch dann stellte sich heraus: Es handelte sich nicht um die Attacke eines Kriminellen, sondern der Fahrer hatte als erster zugeschlagen.

Überwachungskameras zeigten, dass der Fahrer am Montagabend in einer Metrostation in der Innenstadt seine Kabine verlassen und die Fahrt unterbrochen hatte. Als ein 23 Jahre alter Fahrgast mit Frau und Kind ihn aggressiv ansprach und wissen wollte, wann die Fahrt weitergehe, habe der Mann zugeschlagen, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

Zwischen den beiden Männern entwickelte sich eine Prügelei, bei der der Fahrer leicht verletzt wurde. Ein Sicherheitsbeamter, der eingreifen wollte, bekam ebenfalls Blessuren ab.

Am Dienstag blieben in der Millionenstadt Metros, Straßenbahnen und die meisten Busse den ganzen Tag lang in den Depots. Die Gewerkschaft forderte Maßnahmen für mehr Sicherheit in Bussen und Bahnen.

Seit Jahren ist die Kriminalität in Brüssel ein Dauerthema, das auch die EU-Institutionen berührt. Nach einer Studie des belgischen Rundfunks RTBF registrierte die Polizei im ersten Halbjahr

2010 in Belgien alle 31 Sekunden eine Straftat.