Verbrechen

Angst um entführte Zwillinge in Italien – Vater tot

In Italien werden zwei kleine Mädchen vermisst. Der Vater wollte die Zwillinge zur Schule bringen, verschwand aber. Jetzt fand die Polizei seine Leiche.

Foto: AFP

Italien fürchtet um das Leben eines sechsjährigen Zwillingspaares aus der Schweiz. Wie italienische Medien berichteten, sucht die Polizei in Italien gemeinsam mit Kollegen aus Südfrankreich und der Schweiz nach Livia und Alessia aus Saint-Sulpice bei Lausanne.

Ihr Vater hatte die Mädchen vor einer Woche bei seiner geschiedenen Frau abgeholt. Anstatt sie am Montag in die Schule zu bringen, schickte er ein SMS an seine Ex-Frau, sie möge unbesorgt sein, und verschwand. Am Donnerstagabend beging der 43-Jährige in Süditalien Selbstmord. Von den blonden Zwillingen fehlt bisher jede Spur.

Die größte Angst der Mutter ist, dass auch den Mädchen etwas zugestoßen sein könnte. „Wo sind sie?“ und vor allem: „Wie geht es ihnen?“, zitierte der Mailänder „Corriere della Sera“ am Sonntag die besorgte 44-jährige Italienerin, die seit Jahren in der Schweiz lebt. Was mit den Mädchen geschehen sein könnte, liegt jedoch weiter völlig im Dunkeln.

Nach einer ersten Rekonstruktion fuhr der Vater mit den Zwillingen zunächst in die französische Hafenstadt Marseille, wo er mehr als 7000 Euro abhob. Was er mit Geld machen wollte, bleibt unklar. Fest steht einzig, dass er am Donnerstagabend in Cerignola bei Foggia seinem Leben unter einem fahrenden Zug ein Ende setzte. Bei seiner Leiche wurden nur 100 Euro gefunden. Außerdem habe er in der Schweiz ein Testament hinterlassen, was darauf schließen lasse, dass er sich von Beginn der Reise an mit Selbstmordgedanken trug.

Von den Zwillingen fehlt auch in der süditalienischen Region bisher jede Spur. Nach Angaben der italienischen Polizei wurden die Mädchen zuletzt weiter nördlich im italienischen Monza in Begleitung einer dunkelhaarigen Frau gesichtet. Wo sie heute sind, wer die Frau war, und ob sie noch leben, ist unklar.