ARD-Film

Gysi erringt Teilsieg gegen NDR wegen Stasi-Doku

Er gilt als brillanter Rhetoriker, nur bei seiner DDR-Vergangenheit gibt sich Gregor Gysi schmallippig. Jetzt beschäftigt eine ARD-Doku über seine Stasi-Kontakte die Gerichte.

Foto: dpa / dpa/DPA

Gregor Gysi hat wegen der Stasi-Dokumentation „Die Akte Gysi“ eine einstweilige Verfügung gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) erwirkt. Das berichtet die Tageszeitung die „Welt“, der eine entsprechende Verbotsverfügung des Landgerichts Hamburg vorliegt. Auf Gysis Antrag hin verbot das Gericht dem Sender, bestimmte Passagen in einem Ankündigungstext für den Film, der um 23.30 Uhr ausgestrahlt wird. Für den Fraktionschef der Linken im Bundestag ist das aber lediglich ein Teilsieg. Er muss laut dem Bericht ein Viertel der Verfahrenskosten tragen, weil er in anderen Punkten vor Gericht abgeblitzt ist.

Mit Bezug darauf hatte der NDR vorab gemeldet: „Diese Akten beweisen, dass Gysi mehr war als ein Anwalt, dass ihm die Staatsräson oft wichtiger war als das Schicksal seiner Mandanten. Und dass Gysi nicht nur mit dem ZK der SED, sondern auch mit der Stasi geredet hat, wenn es darum ging, die Einheitspartei der DDR einen Dienst zu erweisen.“ Diese Darstellung ist laut Gericht unzulässig.

NDR-Autor Hans-Jürgen Börner sagte der „Morgenpost Online“: „Einfach schade, dass Gregor Gysi nicht anderes kann, als mit Gerichten das Bekanntwerden von Informationen zu verhindern, die irgendwann doch auf den Markt kommen.“ Er habe Gysi mehrfach angeboten, seine Sicht darzustellen: „Dafür hätte ich ihm auch meine Rechercheergebnisse gezeigt.“

„Die Akte Gysi“, Donnerstag, 20.01.11, 23.30 Uhr