Taiwan

Hasenkinder haben Sinn für`s Geschäft

Foto: AFP

Taipei – Taiwan hat wohl eine der niedrigsten Geburtsraten der Erde. So wenig Babys werden auf der Insel geboren, dass die Regierung bereits einen Notfallplan für die "nationale Sicherheit" ausgerufen hat und werdenden Eltern hohe Summen für ein Neugeborenes verspricht. Trotzdem: im vergangenen Jahr wurden eher noch weniger Taiwanerinnen schwanger als im Jahr zuvor, genauer gesagt: 24.424 weniger Babys als 2009.

Der Grund: es war das Jahr des Tigers. Kinder, die unter diesem chinesischen Tierkreiszeichen geboren werden, gelten als aufmüpfig. Sie stellen, so der althergebrachte Aberglaube, Obrigkeiten infrage und tendieren daher dazu, sich selbst, ihrer Familie und ihren Arbeitgebern Ärger zu machen.

Diese notorischen Quertreiber sind schwierig aufzuziehen und schlecht zu verheiraten, glauben die Menschen. Und deshalb halten sich hoffnungsvolle Möchtegern-Eltern im Jahr des Tigers zurück – auch noch im 21. Jahrhundert.

Doch Taiwans besorgte Demographen können bald aufatmen: am 3. Februar beginnt das Jahr des Hasen. Und wer unter diesem Tierkreiszeichen das Licht der Welt erblickt, so heißt es, hat immerhin ein Händchen für Geld und Geschäft.

Sophie Mühlmann

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