Australien

Bewohner Queenslands kämpfen mit den Fluten

Die Bewohner im australischen Queensland kämpfen mit schweren Überschwemmungen. Hunderte Häuser sind überflutet, tausende Menschen stellen Hilfeanträge.

Schwere Überschwemmungen nach starkem Regen vertreiben viele Australier des nordöstlichen Bundesstaates Queensland aus ihren Häusern. In einigen Regionen ist von den schlimmsten Überschwemmungen der vergangenen 50 Jahre die Rede. Die staatlichen Meteorologen sprachen Flutwarnungen für elf Flüsse aus. Die Wassermassen machten Straßen unpassierbar, verwüsteten Farmen und Ernten, überschwemmten Häuser, Gemeinden und Städte. Seit Weihnachten regnet es immer wieder in der Region. Touristenorte sind nicht betroffen.

Manchen Gebieten steht das Schlimmste noch bevor. Der Regen ließ zwar vielfach nach, aber die Flüsse führen das Hochwasser mit sich. „Der Staat Queensland sieht sich einem Desaster ohne Beispiel gegenüber“, sagte Polizeisprecher Ian Stewart. „Dieses Ereignis wird sich über Tage und möglicherweise Wochen hinziehen.“ Schwer betroffen war der Ort Bundaberg nahe der Küste, 375 Kilometer nördlich von Brisbane. Mindestens 120 Häuser waren überschwemmt, hunderte weitere bedroht. Die Polizei ging von Tür zu Tür und ordnete an, dass sich die Bewohner darauf vorbereiten sollten, ihre Häuser zu verlassen.

Die Regierung von Queensland gab der Polizei das Recht, Gebäude zwangsweise zu evakuieren. Die etwa 100 Bewohner des Ortes Condamine wurden mit Hubschraubern ausgeflogen, die Polizei schützt den Besitz vor Plünderern. Queenslands Gouverneurin Anna Bligh sagte den Opfern finanzielle Hilfe zu. Sie befürchtete, dass es Jahre dauern könne, bis die Schäden beseitigt seien. „Wir haben noch nie gesehen, dass so viele Städte, so viele Gemeinschaften und so viele Regionen auf einmal betroffen sind.“

Viel Wasser fließt auch in Richtung des südöstlich gelegenen Bundesstaates New South Wales. Dort wurden die Bewohner der gefährdeten Regionen aufgefordert, ihren Besitz mit Sandsäcken zu schützen. Eine Sprecherin der Behörden sprach von mehr als 3000 Hilfsanfragen Betroffener. „Wahrscheinlich werden sich die Überschwemmungen bis zum Neujahrstag hinziehen, weil einige Flüsse ihren Höchststand erst langsam erreichen“, ergänzte sie.

Zudem verzögerten die Überschwemmungen einige Kohlelieferungen aus Australien. Kohle ist nach Eisenerz das zweitwichtigste Exportgut, inzwischen gibt es Sorgen, dass einige Lieferverträge nicht erfüllt werden können.

Die staatliche australische Behörde für Meteorologie gewann dem Regen auch einen positiven Aspekt ab: Stauseen und Wasserreservoire seien nun nach einer zehnjährigen Dürre wieder sehr gut, teils bis zum Überlaufen gefüllt.

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