Samenraub

Nun kommt Becker mit dem Besenkammer-Dementi

"Samenraub" ist zum geflügelten Wort geworden, nachdem Boris Becker in einer Besenkammer ein uneheliches Kind zeugte. Nach Jahren hat der ehemalige Tennisstar dies nun bestritten: In dem Londoner Restaurant habe er keinen Sex in der Besenkammer gehabt. Es sei woanders passiert.

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Seit 1999 hat Deutschlands bedeutendster Tennis-Crack Boris Becker (41) eine Menge Dinge getan: Er hat sich von seiner Frau scheiden lassen, für Poker geworben, ist diverse Liebschaften eingegangen und hat sie dann wieder gekappt. Jüngst hat er sogar wieder geheiratet (das Model Lilly Kerssenberg) und das Ganze exklusiv an den Fernsehsender RTL verkauft.

Und doch ließ ihm das Jahr 1999 keine Ruhe, weil sich neben seinem Rückzug vom Profisport im Londoner Restaurant „Nobu“ diese Sex-Geschichte mit dem russischen Model Angela Ermakowa abgespielt hat, die sich ins kollektive Bewusstsein mindestens so sehr eingebrannt hat wie seine brachialen Aufschläge auf dem heiligen Rasen von Wimbledon.

Ausgerechnet in einer Besenkammer sollen die beiden übereinander hergefallen sein, was nicht nur die Geburt der Tochter Anna zur Folge hatte, sondern die Deutschen an ihrem Held aus Leimen zweifeln ließ. Das Wort „Besenkammer“ löst bis heute Heiterkeit aus – und das Wort „Samenraub“ wäre ohne die Affäre niemals populär geworden.

Auch Becker selbst scheint die Episode bis heute schwer auf die Nerven zu fallen, jedenfalls berichtet die Zeitung „The Sun“, dass Becker gegenüber dem britischen Moderator Piers Morgan bei der Aufzeichnung der TV-Show „Lifestories on Saturday“ – Ausstrahlung auf dem Sender ITV – den Hergang der Dinge noch einmal ein wenig zurecht rückte: „Ich weiß nicht, ob eine Toilette ein besserer Platz ist, aber es passierte auf einer Treppe – zwischen zwei Toiletten. Dort gab es keine Besenkammer“, zitiert die „Sun“ unseren Rasentennis-Giganten, was bedeutet, dass die Geschichte Beckers, Ermakowas, Deutschlands und auch des Vereinigten Königreiches neu geschrieben werden müssen.

Zumal Becker der „Sun“ zufolge noch hinzufügte: „Es war noch nicht mal eine Affäre. Es war ein Akt und das Ganze dauerte fünf Sekunden.“ Fünf Sekunden allerdings, die bis heute nachwirken: „Ich fühlte mich schuldig, ich schämte mich.“ Die Einsamkeit nach seinem Rückzug habe eine große Rolle bei seinem Ausrutscher gespielt.

Beckers Fazit fällt wie folgt aus: „ Aus Fehlern lernt man. Es hat mich meine Ehe gekostet, für ein paar Jahre auch mein Privatleben. Aber Anna ist kein Fehler. Ich habe eine tolle Tochter. Heute möchte ich sie keine Minute mehr missen. Ich liebe sie sehr.“

Becker sagte, der Quickie sei passiert, als er nach dem Achtelfinal-Aus 1999 in Wimbledon seine Karriere beendet habe. Er sei an jenem Abend einsam gewesen. Es habe lange gedauert, bis er an den Ort des Geschehens zurückgekehrt sei und sich dem Thema stellen konnte. „Ich bin zum Tatort zurückgegangen und habe gesagt, „Wie zum Teufel habe ich das gemacht?„“

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